Kritik aus Österreich an EU-„Frittierverordnung“

Mit neuen EU-Regeln soll ab 2019 das möglicherweise krebserregende Acrylamid in Lebensmitteln wie Pommes frites, Chips und Knäckebrot zurückgedrängt werden. „Diese Verordnung ist das beste Beispiel dafür, dass sich die EU zu sehr in Details einmischt, statt sich um die großen Probleme zu kümmern“, sagte Landwirtschafts- und Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) gestern.

Die Wirtschaftskammer Wien sieht in der Acrylamid-Richtlinie „die nächste Bevormundung der Konsumenten zulasten der Unternehmer“, sagte Peter Dobcak, Fachgruppenobmann der Gastronomie. Man sollte eher auf Freiwilligkeit und eine vernünftige Aufklärungskampagne setzen, „als den bürokratischen Aufwand zu erhöhen“.

„Farbguide“ soll zu starkes Bräunen verhindern

Die Verordnung sieht zum Beispiel vor, dass in jeder Küche ein einheitlicher „Farbguide“ hängt, um ein zu starkes Bräunen von Pommes frites und Toastbrot zu verhindern. Ferner ist vorgeschrieben, dass Pommes frites vor der Zubereitung für 30 bis 120 Minuten gewässert werden sollen.

„Was im ersten Moment nicht so schlimm klingt, kann auf den zweiten Blick Aufzeichnungspflichten oder Strafen nach sich ziehen. Ich sehe hier Parallelen zur Allergenverordnung“, erklärte Rupprechter in einer Aussendung. Bei der Allergenverordnung habe Österreich über das Ziel hinausgeschossen und es den Gastronomen schwerer gemacht, als die EU es vorgegeben habe, so der Minister.