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Jede dritte Neuerscheinung als E-Book

Etwa jede dritte Neuerscheinung in Deutschland kommt inzwischen auch als elektronisches Buch auf den Markt. Das geht aus einer vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels veröffentlichten aktuellen Umfrage unter 81 Verlagen hervor, die rund 30 Prozent des Marktumsatzes erwirtschaften.

Nach der Markteinführung von Apples iPad im zweiten Quartal dieses Jahres rechnet ein Viertel der Verlage mit einer Belebung des E-Book-Markts. Zehn Prozent gingen von deutlichen Zuwächsen aus, wie Hans Huck vom Arbeitskreis Elektronisches Publizieren (AKEP) des Börsenvereins auf der Frankfurter Buchmesse am Mittwoch weiter berichtete.

In diesem Jahr sei mit einer deutlichen Zunahme der digitalen Bücher zu rechnen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Dachverbands der Buchbranche, Alexander Skipis. „Das Problem ist, dass der Markt fast noch nicht existiert.“ Derzeit liegt der E-Book-Anteil am Gesamtumsatz des deutschen Buchmarkts von rund zehn Milliarden Euro noch unter 0,1 Prozent. Skipis warnte vor Erwartungen, dass E-Books billiger sein müssten als traditionelle Bücher. Die Entwicklungskosten für digitale Bücher für Verlage seien sehr hoch.

USA: 2010 Marktanteil bei zehn Prozent

In den USA wird bereits bis Ende dieses Jahres ein Marktanteil bei E-Books von fast zehn Prozent erwartet. Für Deutschland schwanken die Prognosen. Große Optimisten rechnen bis 2015 mit einem Anteil von bis zu 15 Prozent. Als sicher gilt aber, dass das E-Book vor allem den klassischen Buchhandel bedroht.

Fachleute gehen davon aus, dass sich bei der Hardware der E-Book-Markt aufteilen wird: Tablets für den Gelegenheitsleser, E-Book-Geräte für den Vielleser. Das entscheidend Neue ist, dass die großen Händler jedoch auch noch die Hardware mitliefern und damit den Kunden an sich binden wollen. Das ist das revolutionäre Potenzial, dass die kleinen Buchhändler überflüssig machen könnte.

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