Paris installiert Tausende Überwachungskameras

Paris will dem Beispiel Londons folgen und eine massive Videoüberwachung aufbauen. Über 13.000 öffentliche und private Sicherheitskameras sollen an ein gemeinsames öffentliches Netz angeschlossen werden. Die Aufzeichnungen dürften künftig einen Monat lang gespeichert werden, berichtete die Zeitung „Le Figaro“ gestern.

Bisher war nur davon die Rede, dass die Zahl der öffentlichen Kameras in der Hauptstadt Frankreichs von 400 auf 1.000 erhöht werden sollte. Neu ist, dass nun auch das Material der Videokameras des öffentlichen Nahverkehrs und privater Sicherheitsdienste - etwa in Kaufhäusern und Museen - von der Polizei ausgewertet werden soll.

Augen überall

„Die Videokameras ersetzen die Polizisten nicht, aber sie werden ihre Arbeitsweise revolutionieren“, sagte der Pariser Präfekt Michel Gaudin der Zeitung. Ende 2011 werde die Polizei in Paris ihre Augen überall haben. Die Bilder könnten dann sowohl auf der Polizeiwache als auch im Innenministerium und wenn nötig im Präsidentenpalast Elysee betrachtet und analysiert werden. Zurzeit werde ein Programm entwickelt, um die Auswertung der Videoaufnahmen zu erleichtern.

Das Parlament verabschiedete im Februar ein Gesetz, das Geschäften und Unternehmen das Ausrichten ihrer Überwachungskameras auf öffentliche Gehwege erlaubt. Bis dahin durften nur die Eingänge und die eigenen Geschäftsräume gefilmt werden.