Belgien: Auch Nonnen sollen Kinder missbraucht haben

In Belgien sind nach einer ganzen Reihe von katholischen Priestern nun auch mehrere Nonnen beschuldigt worden, Kinder sexuell missbraucht zu haben. Ein 63-Jähriger reichte in Brüssel bei der Generalstaatsanwaltschaft Klage wegen Übergriffen ein, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga gestern meldete. Die Taten sollen sich nach Aussagen des Mannes in den 50er Jahren in einem Waisenhaus im flämischen Ort Halen zugetragen haben.

Der Kläger lebte demnach zwischen seinem sechsten und dreizehnten Lebensjahr in dem von Nonnen geführten Haus, das heute nicht mehr besteht. Laut Belga sagte der Mann einem Radiosender, er sei vom Alter von zehn Jahren an missbraucht worden: „Ich schlief in einem Raum mit vierzig anderen Buben. Es gab zwei kleine Kammern, in denen zwei Schwestern schliefen, die uns benutzt haben.“ Auch beim Duschen habe es Übergriffe gegeben.

Ähnliche Vorwürfe im flämischen Kortrijk

Vergangene Woche waren im flämischen Kortrijk ähnliche Vorwürfe laut geworden. Die dortige Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein. Skandale um Kindesmissbrauch hatten die katholische Kirche und andere Institutionen in den vergangenen Monaten in zahlreichen Ländern erschüttert. In Belgien schlugen sie besonders hohe Wellen. Im September erklärte eine von der Kirche eingesetzte Kommission, rund 500 Zeugnisse mutmaßlicher Missbrauchsopfer erhalten zu haben, von denen sie einen Teil veröffentlichte.