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Nur noch wenige Kolonien

Die USA haben Ende vergangenen Jahres in Alaska und vor der Küste des Bundesstaats ein Gebiet von 484.000 Quadratkilometern zum wichtigen Lebensraum von Eisbären erklärt. Innenstaatssekretär Tom Strickland sprach von einem Schritt nach vorne, um die Tiere vor dem Aussterben zu bewahren. Es gibt allerdings auch Kritik an der Maßnahme.

Die größte Bedrohung für die Eisbären sei das durch den Klimawandel ausgelöste Abschmelzen des Polareises, erklärte Strickland im November 2010. Allerdings fällt die Schutzzone rund 33.670 Quadratkilometer kleiner aus, als in einem 2009 veröffentlichten Plan vorgesehen war.

Die Ausweisung des Gebiets als wichtiger Lebensraum könnte künftige Öl- und Gasbohrungen vor der Küste weiteren Beschränkungen unterwerfen. Bundesgesetze verbieten jegliches Vorgehen, das einen schädlichen Einfluss auf solche Schutzgebiete haben könnte.

Proteste aus Alaska

Nicht glücklich mit dem Schutzgebiet sind die indigenen indianischen Einwohner der Region im Norden der USA. Ein Bündnis unterschiedlicher Gruppen kündigte deshalb zuletzt eine Klage gegen die Regierungspläne an. Das US-Innenministerium habe die Bedenken der dort lebenden Menschen ignoriert, kritisieren sie.

Eisbären in Alaska (USA)

AP

Eisbär mit Jungen im nördlichen Alaska

Die Ausweisung von Schutzgebieten werde die globale Erwärmung als Hauptbedrohung für die Eisbären weder vermindern noch beseitigen. Doch werde sie die Möglichkeiten der indianischen Bevölkerung in Alaska einschränken, von ihren eigenen Ressourcen zu leben, hieß es in einem Brief an US-Innenminister Ken Salazar Mitte Jänner. Der Bundesstaat selbst hatte ähnliche Argumente vorgebracht und legte sich gegen die Schutzgebiete quer.

Seit 2008 als bedrohte Art eingestuft

Das US-Innenministerium hatte den Eisbären im Jahr 2008 als bedrohte Art eingestuft und dabei auf den Rückgang des Polareises in den vergangenen Jahrzehnten verwiesen.

Aktuellen Schätzungen zufolge gibt es derzeit nur noch 19 Kolonien frei lebender Eisbären mit insgesamt 20.000 bis 25.000 Tieren. Zwei Drittel von ihnen leben im Norden Kanadas, die übrigen in Alaska, Grönland, Russland und Norwegen. Die Bestände sind in 15 dieser Kolonien stabil oder leicht rückgängig. Daher wird der Eisbär seit 2008 im Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens als bedroht eingestuft. Diese Kategorie gilt für Arten, deren Bestand in den drei kommenden Generationen um ein Drittel schrumpfen könnten. Der Handel mit diesen Arten ist eingeschränkt, aber nicht verboten.

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