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Nur 43 Länder erreichen UNO-Zielvorgabe

Nur 43 Staaten weltweit erreichen den UNO-Zielsatz von 30 Prozent Frauenanteil in den Parlamenten. Immerhin konnten im vergangenen Jahr aber weitere zehn Länder die 30 Prozent erreichen. Die 40-Prozent-Grenze überschreiten jedoch nur elf dieser Länder. In Österreich liegt der Frauenanteil im Nationalrat bei 27,9 Prozent.

Das geht aus einer Studie zum weltweiten Frauenanteil in der Politik hervor, welche die Interparlamentarische Union (IPU) anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März veröffentlicht hat. Österreich liegt laut IPU auf Platz 29 des weltweiten Rankings.

Nur kleine Fortschritte

Laut der Studie waren im vergangenen Jahr weltweit gesehen 19,1 Prozent der Volksvertreter Frauen. Das ist zwar eine kleine, jedoch signifikante Steigerung gegenüber den Jahren 2000 (13,7 Prozent) und 2005 (16,3 Prozent). Nur die Hälfte der 67 Wahlen, die im vergangene Jahr in 48 verschiedenen Ländern durchgeführt wurden, brachte einen Anstieg von Frauen in den Parlamenten mit sich.

Im weltweiten Vergleich zeigt sich, dass die arabischen Staaten - trotz Einführung von Frauenquoten in manchen Ländern - immer noch das Schlusslicht bilden. Doch obwohl der Durchschnitt an Politikerinnen gering ist, ist auch hier ein positiver Wandel erkennbar. Jordanien, das ein strenges Quotensystem aufweist, kann aktuell mit 13 Parlamentarierinnen aufwarten. Auch im Irak stieg die Zahl der Volksvertreterinnen, allerdings konnten nur wenige Parteien die 25 Prozent Frauenquote erreichen. Einzig in Katar ist keine Frau im Parlament vertreten.

Spitzenreiter Nordeuropa

In Nord- und Südamerika zeigt sich nur ein leichter Anstieg. Drei weitere Frauen wurden im vergangenen Jahr aber immerhin an die Spitze eines Staates bzw. einer Regierung gewählt: Präsidentin Dilma Rousseff in Brasilien, Präsidentin Laura Chinchilla in Costa Ria und Premierministerin Kamla Persad Bissessar in Trinidad und Tobago. Costa Rica konnte den hohen Frauenprozentsatz im Parlament von 38,6 Prozent halten.

Die Spitzenreiter beim Frauenanteil in den Parlamenten bilden - wie schon in den vergangenen Jahren - die nordeuropäischen Länder. Schweden beeindruckt mit einem Frauenanteil von 45 Prozent. In Belgien liegt der Anteil bei 39,3 Prozent, in den Niederlanden bei 40,7 Prozent. Der Durchschnitt im restlichen Europa (außer Nordeuropa) liegt bei 20 Prozent.

Rückschritte in Asien

In den meisten Staaten konnten keine bemerkenswerten Veränderungen verzeichnet werden. Eine Ausnahme bildet die Tschechische Republik, die eine Steigerung von 6,5 Prozent verzeichnen konnte. Im Nachbarland Slowakei wurde im vergangenen Jahr die erste Ministerpräsidentin gewählt.

In Asien hingegen nimmt der Anteil von Frauen in politischen Ämter ab. Der Durchschnitt liegt bei 18 Prozent. Bei der Wahl in Afghanistan konnte nur ein minimaler Anstieg verzeichnet werden (0,4 Prozent).

Frauen auch in Medien marginalisiert

Der Durchschnitt der Pazifik-Staaten, fiel im vergangene Jahr von 15,3 auf 11,7 Prozent. Der relativ hohe Anteil von Politikerinnen in Australien täuscht darüber hinweg, dass in den fünft Staaten, in denen 2010 Wahlen stattfanden (Australien, Nauru, die Salomonen, Tuvalu und Tonga), einzig in Australien Frauen ins Parlament gewählt wurden.

In der Studie der IPU wird auch die unterschiedliche Medienberichterstattung angesprochen, die den Geschlechtern zukommt. Die Aufmerksamkeit, die Politikerinnen erhalten, ist wesentlich geringer als jene für ihre männlichen Kollegen.

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