Syrien: Sicherheitskräfte töten sechs Demonstranten

Syrische Sicherheitskräfte haben heute im Süden des Landes sechs regierungskritische Demonstranten erschossen. Das berichteten syrische Oppositionelle auf ihren Websites. Bei den Auseinandersetzungen in der Nähe der Al-Omari-Moschee in der Stadt Daraa seien zudem Dutzende Menschen verletzt worden, sagte ein Menschenrechtsaktivist.

„Der Strom fiel aus, und sofort waren Schüsse zu hören“, fügte er hinzu. Außerdem hätten die Sicherheitskräfte Tränengas gegen die Protestierenden eingesetzt. Zwei in der Stadt arbeitende Journalisten der Nachrichtenagentur AFP teilten mit, sie seien in ihrem Auto angehalten worden und hätten ihre technische Ausrüstung abgeben müssen.

Großdemo am Vortag

Am Vortag hatten sich in der Nähe der Moschee mehr als tausend Demonstranten versammelt und regierungskritische Parolen skandiert. Die Sicherheitskräfte waren mit einem Großaufgebot anwesend und kreisten die Demonstranten ein. Aus Angst vor einem Angriff der Sicherheitskräfte auf die Moschee bildeten die Demonstranten eine Menschenkette um das Gotteshaus.

Ähnlich wie in anderen arabischen Staaten fordern die Demonstranten in Syrien, wo seit fast 40 Jahren ein Notstandsgesetz in Kraft ist, mehr politische Freiheiten. Neben Daraa gab es auch in weiteren Städten Demonstrationen, etwa in der Hauptstadt Damaskus.

Video dazu in iptv.ORF.at