NATO-General: Planung für Bodentruppen in Libyen

Die NATO hat nach Angaben eines Generals mit der Vorplanung für den Einsatz von Bodentruppen in Libyen begonnen. Bodentruppen könnten notwendig werden, um humanitäre Hilfslieferungen in Libyen militärisch abzusichern, sagte der Chef des Stabes im militärischen NATO-Hauptquartier, General Manfred Lange, in einem heute gesendeten Interview mit Deutsche Welle TV.

„Die Vereinten Nationen haben sich derzeit noch nicht an uns gewandt, auch nicht an die Europäische Union. Aber für den Fall, dass dies kommt, müssen wir dies vorbereiten, und wir werden auch darauf vorbereitet sein.“

„Humanitäre Aspekte“ berücksichtigt

In den NATO-Plänen seien „von Anfang an humanitäre Aspekte mit berücksichtigt“ worden, sagte Lange dem Sender weiter. Um mögliche Hilfsaktionen zu schützen, könne es zu einem „zeitlich befristeten Einsatz von Landstreitkräften“ kommen.

Die EU-Außenminister hatten gestern in Luxemburg ebenfalls über einen möglichen EU-Militäreinsatz zur Absicherung von humanitärer Hilfe in Libyen beraten. Voraussetzung dafür ist eine Anfrage der Vereinten Nationen, die bisher nicht vorliegt.

Libyen-Kontaktgruppe trifft sich in Doha

Das Ringen um eine diplomatische Lösung des Libyen-Konflikts geht weiter. Zwei Wochen nach ihrer Gründung trifft sich die internationale Libyen-Kontaktgruppe zu ihrer ersten Arbeitssitzung in Doha. Ziel ist es, die Suche nach einer politischen Lösung für Libyen voranzubringen.

Libysche Rebellen wollen für ihren Kampf gegen das Regime von westlichen Staaten Hilfszahlungen in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar, um damit die Grundversorgung der Bevölkerung in den von Aufständischen kontrollierten Gebieten im Osten des Landes sicherstellen zu können. Die humanitäre Hilfe könnte im Gegenzug für Öllieferungen erfolgen, sagte Mahmud Awad Schammam, Sprecher des Nationalrats der Rebellen in Bengasi.