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Ernteeinbußen möglich
„Die Trockenheit ist überdurchschnittlich, aber noch nicht außergewöhnlich“, analysiert der Agrarbauexperte Günther Rohrer von der österreichischen Landwirtschaftkammer im Gespräch mit ORF.at, denn es habe immer wieder geregnet. Zudem hätten Trockenperioden im Winter geringere Auswirkungen als im Sommer. Im Frühjahr haben die Pflanzen ein starkes Wachstum.
Entscheidend seien daher nun die nächsten zwei Wochen: „Wenn es da nicht ergiebig regnet, kann es zu unterdurchschnittlichen Ernten kommen“, warnt Rohrer. Der Ausblick verheißt wenig Regen. In der kommenden Woche sind laut wetter.ORF.at nur vereinzelt Regenschauer zu erwarten, meistens Sonnenschein und Temperaturen von rund 20 Grad.
Kaum Regen in Tirol und Oberösterreich
Besonders trocken ist es in Westösterreich. Aber auch in den nördlichen Bundesländern Oberösterreich und punktuell in Niederösterreich gibt es Beeinträchtigungen. Oberösterreich etwa wartet sei sieben Monaten auf durchschnittliche Regenmengen. Es gebe noch genügend Restfeuchte aus den Wintermonaten, hieß es vonseiten der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, die Lage sei aber angespannt - mehr dazu in noe.ORF.at. Noch schwieriger ist es in Regionen, deren Böden nur wenig Feuchtigkeit speichern können wie etwa im Mühlviertel und im Salzkammergut.
APA/dpa/Rolf HaidWo es möglich ist, müssen Bauern früh mit der Bewässerung beginnen.Im April gab es laut der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Vorarlberg und Tirol nur 20 bis 30 Prozent der mittleren Niederschlagsmengen. Statistisch gesehen regnete es in Tirol in anderen Jahren in den ersten drei Monaten doppelt so viel wie heuer - mehr dazu in tirol.ORF.at. Auch in Salzburg, Oberösterreich und Teilen der Steiermark und Kärntens blieben die Niederschlagsmengen mit 30 bis 60 Prozent deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Frühe Bewässerung notwendig
Die warmen Tage im April von bis zu 27 Grad förderten das Wachstum der Pflanzen, insbesondere der Obstbäume. „Allerdings führt die Kombination von Wind und Wärme auch zu einer schnelleren Austrocknung der Böden“, so Rohrer. Der leichte Regen in den vergangenen Tagen habe bisher Ernteausfälle verhindert. Aus heutiger Sicht sei noch eine Durchschnittsernte möglich. Um größere Einbußen zu vermeiden, müssen Bauern in einigen Regionen - wo es möglich ist - allerdings jetzt schon aufwendig bewässern.
Weizenpreis steigt
Ganz Europa kämpft mit der seit Monaten anhaltenden Trockenheit. In Deutschland befürchten Bauern in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg vor allem bei Raps, Weizen und Mais gravierende Ernteverluste. Der Frost im Frühjahr und die anschließende lange Trockenheit hätten dem Getreide stark zugesetzt, hieß es vonseiten des Deutschen Bauernverbands.
Selten mussten Felder schon so früh bewässert werden wie heuer. Die Kosten für die Bewässerung tragen die Bauern. Dennoch wirkt sich das trockene Wetter bereits auf einige Preise aus. Mitte April verteuerte sich europäischer Weizen auf dem Terminmarkt um 2,5 Prozent auf 222,5 Euro pro Tonne.
In einigen Regionen in ganz Europa herrscht weiterhin hohe Waldbrandgefahr. In Großbritannien kämpften Hunderte Feuerwehrleute am Mittwoch gegen zahlreiche Brände in Wald- und Heidegebieten. Bei Bränden in Schottland, England und Nordirland sollen in den vergangenen Tagen Hunderte Hektar Land verwüstet worden sein.
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Publiziert am 05.05.2011