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Drittwärmster April seit 1800
Auch in der Wiener Innenstadt stiegen die Temperaturen nicht über fünf Grad. Zuletzt sei es 1982 in Österreich im Mai so kalt gewesen, hieß es von dem Klimatologen Gerhard Hohenwarter von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG): „So schnell werden wir in nächster Zeit keine Kaltlufteinbrüche haben. Deshalb ist es ziemlich wahrscheinlich, dass das die verfrühten ‚Eisheiligen‘ sind.“
Die Kaltluft kommt aus Skandinavien und brachte Polen sogar Schnee und Stromausfälle in Tausenden Haushalten. Ein Hochdruckgebiet über Zentraleuropa ist dafür verantwortlich, dass es in Österreich derzeit viel Sonnenschein gibt und kaum Niederschlag.
Überdurchschnittlich warmer April
Der April war vor allem eines: trocken, sehr sonnig und überdurchschnittlich warm. Laut den historischen Aufzeichnungen der ZAMG war es der drittwärmste April seit dem Jahr 1800. Die Temperaturabweichung betrug 3,5 Grad Celsius zum Mittel der Jahre 1971 bis 2000.
Für das hohe Monatsmittel waren der außergewöhnlich warme Monatsbeginn und die langanhaltenden Hochdruckphasen verantwortlich. Zwischen 3,5 und 4,5 Grad zu warm zum klimatologischen Mittel verlief der Monat in Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich und Teilen der Obersteiermark und Kärntens. Im restlichen Bundesgebiet bewegten sich die Abweichungen zwischen 2,5 und 3,5 Grad.
14 Grad in Wien
Am wärmsten war es in der Wiener Innenstadt mit einem April-Mittel von 14,3 Grad. Der kälteste besiedelte Ort ist mit einem Monatsmittel von 3,2 Grad Obergurgl in Tirol auf einer Höhe von 1.942 Metern. Hier wurde auch das April-Minimum von minus 7,7 Grad erreicht. Die absolut tiefste Temperatur wurde auf dem Brunnenkogel in Tirol auf 3.440 Metern mit minus 18,9 Grad am 13. des Monats erzielt.
Den bisherigen April-Temperaturrekord hält die ZAMG-Station Salzburg-Freisaal mit 30,6 Grad am 30. April 2003. An der Station Pörtschach in Kärnten wurde in diesem Jahr mit 29,9 Grad zwar ein um 0,7 Grad niedrigeres April-Tagesmaximum erreicht, dieses aber dafür schon am 7. des Monats.
Plus bei Sonnentagen
Während der April 2011 bei den Niederschlägen ein Defizit aufwies, wurde beim Sonnenschein in fast ganz Österreich ein deutliches Plus registriert. Außergewöhnlich lange zeigte sich die Sonne in Westösterreich, wo der diesjährige April der zweitsonnigste in der 105 Jahre langen Messreihe war. Feldkirch war mit 162 Prozent (270 Stunden) der relativ sonnigste Ort Österreichs im April.
Im Osttiroler Ort Sillian schien die Sonne ebenfalls rund 270 Stunden. Mit 100 Prozent (150 Stunden) war Bad Aussee in der Steiermark einer der sonnenärmeren Orte Österreichs, am kürzesten zeigte sich die Sonne in Bad Gastein in Salzburg, wo die Bewohner mit 145 Sonnenstunden vorliebnehmen mussten.
Wärme kommt zurück
Den ORF-Meteorologen zufolge steigen die Temperaturen leicht. In der Nacht auf Freitag besteht aber vor allem im Osten noch Frostgefahr. Am Freitag steigen die Temperaturen in höheren Lagen Ostösterreichs auf 13 Grad, im Westen können sie bis zu 23 Grad erreichen.
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Publiziert am 05.05.2011