Erste Galileo-Satelliten starten Ende Oktober ins All

Die ersten zwei funktionstüchtigen Satelliten des europäischen Galileo-Programms sollen am 20. Oktober ins All starten. Der Flug starte vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana, sagte EU-Industriekommissar Antonio Tajani heute in Brüssel.

Wenn 2014 oder 2015 insgesamt 18 Satelliten in die Höhe von rund 23.600 Kilometern gebracht worden seien, könnten die ersten Galileo-Anwendungen starten, erklärte die Kommission. Voll installiert sein soll das System 2019. Eine erste Gruppe der Satelliten wird von der Bremer Firma OHB gebaut.

Galileo hatte nicht nur wegen dauernder Zeitverzögerungen für Aufregung gesorgt, sondern auch wegen der laufend gestiegenen Kosten. Laut Tajani sind nun Einsparungen möglich: „Die Situation scheint etwas besser zu sein, als es zu Jahresanfang schien.“ Anfang des Jahres hatte es noch vonseiten der EU-Kommission geheißen, dass statt der veranschlagten 3,4 Mrd. Euro 5,3 Mrd. Euro nötig sind. Nun sehe es aber so aus, als würden die Gesamtkosten insgesamt doch niedriger ausfallen, so Tajani. Ende Juni will er die Einsparungen genau beziffern.

Konkurrenz zu US-System GPS

Galileo soll wie der US-Konkurrent GPS Signale zu Navigationsgeräten auf der Erde senden, unter anderem für Autofahrer. Neben dem Straßenverkehr soll Galileo die Flugsicherheit verbessern. Auch Polizei und Rettungsdienste könnten profitieren: Ihnen sollen nach Plänen der EU-Kommission besonders verschlüsselte Signale zur Verfügung stehen.

Andere mögliche Anwendungsbereiche sind Kartographie und Landwirtschaft. Das europäische Prestigeprojekt hatte immer wieder durch Verzögerungen und Kostensteigerungen Schlagzeilen gemacht.