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Ode an die Götter des Rock’n’Roll

Einer oft erzählten Legende nach hat Don McLean den Song seines Lebens in einer einzigen Stunde geschrieben. „American Pie“ ist eine mystische Hymne auf Buddy Holly, der 1959 tödlich verunglückte, und gleichzeitig auf die gesamte frühe Rock-Generation. Achteinhalb Minuten lang besang McLean sein „erstes und einziges Idol“. Der Liedermacher ist heute 65 Jahre alt.

Zwar hatte der 1945 in New Rochelle (US-Bundesstaat New York) geborene Amerikaner noch weitere Hits: „And I Love You So“ beispielsweise, das 1973 von Elvis neu aufgenommen wurde. Auch „Vincent (Starry, Starry Night)“, eine musikalische Huldigung für den niederländischen Maler Vincent van Gogh, „Castles in the Air“ sowie „Crying“, seine Version des Roy-Orbison-Songs, landeten in den Top Ten.

Aber die Ballade „American Pie“ wurde zum Symbol für eine ganze Generation. Auch noch Jahrzehnte später ist die Faszination des düster-romantischen Schwanengesangs auf eine Rock-Epoche ungebrochen. Als Madonna 2000 eine neue Version aufnahm, wurde die prompt wieder zum Nummer-eins-Hit. Über die genaue Bedeutung des Textes diskutierten sich Fans und Kritiker die Köpfe heiß.

McLean verweigert Erläuterung

McLean selbst weigerte sich stets, eine exakte Erklärung zu liefern, er soll auf die Frage, was der Song bedeute, lediglich einmal geantwortet haben: „Er bedeutete, dass ich nie wieder arbeiten gehen musste.“ Einziger Hinweis von ihm selbst ist die Widmung für Buddy Holly, der am 3. Februar 1959 zusammen mit The Big Bopper („Chantilly Lace“) und Ritchie Valens („La Bamba“) bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Alle drei waren zu dem Zeitpunkt höchst populär gewesen. Der Tag ging in die Annalen ein als „The Day The Music Died“ (Der Tag, an dem die Musik starb), eine der Refrain-Zeilen aus „American Pie“.

Die Ballade würdigt die Entwicklung der Pop- und Rockmusik in versteckten Andeutungen auf Bob Dylan, Janis Joplin, Elvis Presley, die Rolling Stones, die Beatles, die Byrds. Gleichzeitig sprechen manche Zeilen die sozialen und politischen Umbrüche für die „Babyboom“-Generation in den USA an: die Ermordung des US-Präsidenten John F. Kennedy, die schwarze Bürgerrechtsbewegung und die Vietnam-Proteste.

Zeit der Umbrüche

Auch für Don McLean brachten die späten 50er und frühen 60er Jahre eine private Umbruchstimmung. Sein Vater war 1961 plötzlich gestorben, und er beschloss zwei Jahre später, sein Studium an der katholischen Villanova-Universität in der Nähe von Philadelphia abzubrechen, um seinen Traum vom Liedermachen zu leben.

„American Pie“ landete 2001 auf Platz fünf der „365 Songs des Jahrhunderts“, die vom US-Musikbranchenverband RIAA (Recording Industry Association of America) zusammengestellt wurde. McLean wurde in die Songwriter’s Hall of Fame aufgenommen und selber zum Thema des Hits „Killing Me Softly With His Song“ - ein Lied von Roberta Flack (1973) und ein späterer Hit auch für die Fugees (1996).

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