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„Preistreiberei endlich stoppen“

Die Inflationsrate ist seit Monaten konstant über drei Prozent. Doch in dem Warenkorb, der für die Berechnung herangezogen wird, sind auch Waren und Dienstleistungen enthalten, die viele gar nicht oder nur sehr selten in Anspruch nehmen.

Einen genaueren Einblick, wie stark sich das alltägliche Leben verteuert, verschafft daher eher eine Zusammenstellung an Produkten, wie sie die Arbeiterkammer bei ihrem Preismonitoring untersucht. Dabei zeigt sich, dass sich ein Einkaufskorb mit Gütern des täglichen Bedarfs in nur drei Monaten um acht Prozent verteuerte, was deutlich über der Jahresinflation von 3,3 Prozent liegt.

Die Billigsten und Teuersten

Am günstigsten beim AK-Preismonitoring waren - inklusive Aktionen - die Diskonter Lidl, Hofer und Penny. Spar war im AK-Test vor Merkur am teuersten.

Große Preissprünge

Die AK-Konsumentenschützer untersuchen dabei eine Liste der 41 preiswertesten Lebens- und Reinigungsmittel bei acht Supermärkten und Diskontern. Im Durchschnitt wurde der Einkaufskorb laut AK seit März um fast vier Euro oder 8,2 Prozent teurer. Konkret schnellte der Durchschnittspreis von 47,76 Euro im März auf 51,69 Euro im Juni. Im Vergleich zum Juni des Vorjahres war der Anstieg noch viel dramatischer: Der Korb der jeweils billigsten Produkte in den gewählten Kategorien schnellte um fast sieben Euro oder 15 Prozent in die Höhe (von damals 44,97 auf jetzt 51,69 Euro). Im Jahresvergleich besonders sprunghaft verteuert haben sich demnach etwa Mehl (plus 69 Prozent), Bohnenkaffee (plus 32 Prozent), Zucker (plus 21 Prozent) und Orangensaft (plus 25 Prozent).

Mikrowarenkorb ebenfalls deutlich teurer

Bereits in der Vorwoche hatte die Statistik Austria neben der allgemeinen Inflationsrate auch den Mikrowarenkorb veröffentlicht. Auch hier zeigte sich - innerhalb eines Jahres - ein deutlich über der Inflationsrate liegender Preisanstieg : Der (fiktive) Wocheneinkauf verteuerte sich nämlich um 6,3 Prozent. Der Mikrowarenkorb, der überwiegend Nahrungsmittel enthält und den täglichen Einkauf widerspiegelt, kostete im Juni um 4,1 Prozent mehr als zwölf Monate davor, gab die Statistik Austria am Donnerstag bekannt.

Für die überaus starken Verteuerungen im Bereich „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ (durchschnittlich plus 4,4 Prozent) waren laut Statistik Austria höhere Preise sowohl bei Nahrungsmitteln (plus 3,8 Prozent, VPI-Einfluss plus 0,41 Prozentpunkte) als auch bei Alkoholfreien Getränken mit satten plus zehn Prozent - darunter Bohnenkaffee plus 23 Prozent - verantwortlich. Molkereiprodukte und Eier kamen um sechs Prozent teurer, Obst um zehn Prozent, Brot und Getreideerzeugnisse um vier Prozent. Auch die Preise für Gemüse (plus drei Prozent) sowie Fleisch und Fleischwaren (plus zwei Prozent) zogen an.

Billigprodukte stärker gestiegen

Der Unterschied zum AK-Preismonitoring ergibt sich aus der unterschiedlichen Zusammensetzung der Warenliste. Zudem werden von der Statistik Austria Markenprodukte erfasst, während die Konsumentenschützer gezielt das jeweils billigste Angebot einer Kategorie auswählen. Das bedeutet, dass bei den Billigprodukten der Preisanstieg überdurchschnittlich stark ausfiel.

Für AK-Präsident Herbert Tumpel ist das „heftig“. Wer wenig im Börsel habe, schaue „in erster Linie auf den Preis und weniger auf die Marke“. Diese „Preistreiberei muss endlich gestoppt werden“, forderte Tumpel in der AK-Aussendung die Regierung dazu auf gegenzusteuern. Konkret fordern die Konsumentenschützer Kontrollen durch das Wirtschaftsministerium, insbesondere, ob die Steigerungen stärker ausfallen als in vergleichbaren Nachbarländern.

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