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Athen sieht positive Entwicklung

Weiterhin düstere Aussichten für die griechische Wirtschaft: Die Wirtschaftsleistung wird nach 5,5 Prozent im heurigen Jahr auch 2012 um 2,5 Prozent sinken, geht aus dem am Montag veröffentlichten griechischen Budgetentwurf hervor.

Auch der Schuldenstand des Landes wird weiter steigen: Für heuer wird eine Gesamtverschuldung von 356,5 Mrd. Euro erwartet, was 161,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht. 2012 werde der griechische Staat dann mit 371,9 Mrd. Euro bzw. 172,7 Prozent des BIP noch stärker verschuldet sein. Zudem wird die Arbeitslosigkeit weiter steigen.

„Enttäuschende Einnahmen“

Damit gerät Griechenland immer mehr in einen „Teufelskreis“, wie der Athener Ökonom Yannis Varoufakis betont. „Wir haben enttäuschende Einnahmen und haben die Sparziele verfehlt - und beides wird zu neuen Maßnahmen und neuen Einsparungen führen.“

Dass der Schuldenberg auch im nächsten Jahr steigt, ist eine direkte Folge der Rezession. Denn nominell erwartet die Athener Regierung im nächsten Jahr erstmals nach Jahren wieder einen Budgetüberschuss - freilich nur, wenn man die fälligen Zinszahlungen für die Schulden nicht berücksichtigt. Im Voranschlag wird ein Plus von 3,2 Mrd. Euro angegeben - allein im Jahr 2009 hatte Griechenland eine Neuverschuldung von 24 Mrd. Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos nannte den Voranschlag daher am Montag einen entscheidenden Schlüssel im Übergang von Budgetdefiziten zu Überschüssen.

Banken drohen höhere Kosten

Wenn die Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) bei ihrer derzeitigen Prüfung zum Schluss kommen sollte, dass die Rezession dramatischer ausfällt als bisher angenommen, könnten die Privatgläubiger - also vor allem europäische Banken - stärker zur Kasse gebeten werden. Das deuteten EU-Beamten in den letzten Tagen an.

Die Banken hatten im Juli einer 21-prozentigen Berichtigung des Werts der von ihnen gehaltenen griechischen Staatspapiere zugestimmt. Dieser „Haircut“ könnte dann noch höher ausfallen. Daher warnten Bankchefs zuletzt EU-Politiker davor, das vereinbarte Paket nochmals aufzuschnüren. Mehrere europäische Banken haben große Bestände griechischer Wertpapiere - eine Wertberichtigung würde große Löcher in ihre Bilanzen reißen. Befürchtet wird, dass mehrere europäische Banken damit an den Rande des Zusammenbruchs schlittern könnten.

Keine Alternative zu Hilfszahlung?

Marktbeobachter rechnen laut der Nachrichtenagentur Reuters allerdings damit, dass zumindest die nun anstehende Milliardentranche an Athen ausgezahlt werden wird, da - die Ratifikation des erweiterten Rettungsschirms EFSF läuft ja noch - bisher kein Mechanismus zur geordneten Abwicklung einer Insolvenz vorhanden ist.

Europa versucht derzeit mit allen Mitteln, eine rasche und unkontrollierte Pleite Griechenlands zu verhindern. Diese würde tiefe Löcher in die Bilanzen der europäischen Banken und der EZB reißen und könnte die Zukunft des Euro gefährden und möglicherweise die Welt in eine neue Finanzkrise stürzen.

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