Nowotny warnt vor Bankenkrise
EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny hat vor einer neuen Bankenkrise als Folge der Staatsschuldenkrise gewarnt. „Die große Herausforderung, die sich für uns stellt, ist, dass sich aus dieser Krise der öffentlichen Finanzen nicht wieder eine negative Rückkoppelungsschleife ergibt - für eine Krise des Kreditsystems und eine Krise der Banken“, sagte Nowotny gestern.
Das sei die konkrete Aufgabe für den Gipfel in Brüssel, erklärte er bei einem Vortrag an der Wirtschaftsuniversität Wien - seiner alten Wirkungsstätte als Professor.
Mittel am Kapitalmarkt aufnehmen
Um für künftige Krisen besser gerüstet zu sein, sollten Banken zunächst versuchen, am Kapitalmarkt Mittel aufzunehmen. Sollte das nicht gelingen, müssten die Staaten einspringen - allerdings nicht wie bisher über Geldspritzen, für die sie dann Zinsen kassieren, sondern über eine direkte Beteiligung.
Die bisher gefährlichste Situation in der derzeitigen Krise sei nach seiner Ansicht der drohende Zusammenbruch der Geldmärkte gewesen. Diesen habe die EZB aber durch die massive Zufuhr von Liquidität verhindern können.
Publiziert am 25.10.2011