„Heimat großer Töchter“: Hymnenänderung fix

Die „großen Söhne“ müssen sich ihren Ruhm ab Jänner mit den „großen Töchtern“ teilen. Der Nationalrat hat mit den Stimmen der Koalition und der Grünen der „Vertöchterung“ der Bundeshymne zugestimmt.

Widerstand kam von Freiheitlichen und BZÖ. Die freiheitliche Kultursprecherin Heidemarie Unterreiner nannte die Umtextung „kulturlos“. Eine Hymne sei „kein Sprachbasteltext“. Seitens des BZÖ erklärte der Abgeordnete Stefan Petzner die Änderung für unnötig und erwartet, dass der alte Text weitergesungen wird: „Wir singen, was wir wollen.“

Ganz anders die Stimmen aus der Koalition: ÖVP-Frauensprecherin Dorothea Schittenhelm, die vor dem Sommer in einer Art Guerilla-Aktion am eigenen Klub vorbei mit Ex-Frauenministerin Maria Rauch-Kallat (ÖVP) und den SPÖ- und Grünen-Frauen die Änderung initiiert hatte, sagte, wenn eine Hymne Jubel- und Preisgesang sei, dann solle das nicht nur für die Männer, sondern auch für die Frauen gelten. SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm nannte die Verankerung der Töchter „richtig und wichtig“. Grünen-Frauensprecherin Judith Schwentner verstand die Aufregung nicht nur wegen des einen Wortes „Töchter“ nicht.

Ab 1. Jänner in Kraft

Geändert wird der Text der Bundeshymne an zwei Stellen. Statt „Heimat bist du großer Söhne“ wird künftig in Strophe eins „Heimat großer Töchter und Söhne“ gesungen. In der dritten Stufe wiederum werden die „Bruderchöre“ durch „Jubelchöre“ ersetzt. Text und Melodie der Bundeshymne werden damit erstmals auch gesetzlich verankert.

Gelten wird die neue Hymne ab dem 1. Jänner 2012. Damit haben wohl die österreichischen Skispringer und Skifahrer als erste Gelegenheit, vom Siegerpodest aus den geänderten Text bekanntzumachen. Einen Vorgeschmack gab es schon am Abend im Nationalrat. Der Piaristenchor intonierte in der Säulenhalle des Parlaments nach dem Beschluss die neue Version, belauscht unter anderem von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) und Rauch-Kallat.