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Immer mehr Verdächtige

Im Zusammenhang mit den Morden der Zwicker Neonazi-Zelle haben die Behörden am Sonntag einen weiteren mutmaßlichen Unterstützer verhaftet. Der 36-jährige Matthias B. sei am frühen Sonntagmorgen im sächsischen Erzgebirgskreis von einem Spezialeinsatzkommando festgenommen worden, teilte die deutsche Staatsanwaltschaft in Karlsruhe mit.

Der Mann wird nach Angaben der deutschen Staatsanwaltschaft in Karlsruhe dringend verdächtigt, die Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) unterstützt zu haben.

Mit "Brigade Ost» beschriebener GaragenkomplexAPA/EPA/Peter EndingMatthias B. soll Mitglied der Neonazi-Gruppe Brigade Ost sein

Mehrere Wohnungen gemietet

Den Ermittlungen zufolge mietete D. in Zwickau zwei Wohnungen an und überließ sie der extremistischen Zelle. „Er soll die Zwickauer Zelle dadurch unterstützt haben, ein Leben unter falscher Identität zu führen und unentdeckt Terroranschläge verüben zu können“, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Im Erzgebirgskreis seien zudem drei Wohnungen durchsucht worden, darunter die des Beschuldigten und die einer weiteren möglichen Unterstützerin.

Zehn Morde

Das Neonazi-Trio der Zwickauer Zelle steht unter Verdacht, zwischen 2000 und 2007 insgesamt zehn Morde an Einwanderern und einer Polizistin verübt zu haben. Außerdem werden ihnen zwei Bombenanschläge in den Jahren 2001 und 2004 zur Last gelegt. Ihre Taten finanzierten sie offenbar mit Banküberfällen.

Der rechtsextremistische Hintergrund der Verbrechen kam erst in diesem Herbst ans Licht, als zwei mutmaßliche Mitglieder der Zelle nach einem Banküberfall in Eisenach tot in einem Wohnmobil gefunden wurden. Später wurde in ihrer Wohnung in Zwickau eine Tatwaffe entdeckt. Ihre mutmaßliche Komplizin stellte sich den Behörden und sitzt seitdem in Haft. Die Frau soll die gegen sie erhobenen Vorwürfe in einer polizeilichen Vernehmung mittlerweile eingeräumt haben.

Zudem wurden weitere Verdächtige festgenommen, etwa der frühere NPD-Funktionär Ralf Wohlleben, der den Neonazis eine Waffe und Munition beschafft haben soll. Als Konsequenz aus der Mordserie hatten sich die Innenminister von Bund und Ländern am Freitag darauf geeinigt, ein Verbot der rechtsextremistischen Partei anzustreben.

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Publiziert am 12.12.2011