Themenüberblick
Keine Verbindung nach Tirol
Die Lawinengefahr wurde weiterhin als groß (Stufe vier auf der fünfstufigen Gefahrenskala) eingeschätzt. Nach der Sperre der Arlberg-Schnellstraße (S16) zwischen Langen und Wald am Arlberg - es waren Bäume auf die Straße gestürzt - war eine Zufahrt zum Arlberg-Tunnel vorerst nicht möglich. Ab Langen war die Straße bereits seit Sonntagabend geschlossen. Ab Montagmittag soll die S16 wieder befahrbar sein.
Da auch die Arlberg-Bahnstrecke laut Mitteilung der ÖBB voraussichtlich am Montag gesperrt bleiben wird, gab es keine aufrechte Verbindung zwischen Vorarlberg und Tirol. Die Bundesbahnen ersuchten die Fahrgäste, keine Reisen über den Arlberg anzutreten.
Bis zu 60 Zentimeter Neuschnee
Die eingeschneiten Orte - Lech, Zürs und Stuben am Arlberg, St. Gallenkirch, Gargellen, Gaschurn und Partenen im Montafon sowie Schröcken und Warth im Bregenzerwald - waren am Montagvormittag von der Umwelt abgeschnitten. Sollten es die Verhältnisse zulassen, werden Lawinen abgesprengt, um anschließend die Straßen wieder für den Verkehr freigeben zu können.
Laut Andreas Pecl vom Landeswarndienst fielen in der Nacht auf Montag Neuschneemengen von 30 bis 40 Zentimeter, in Langen am Arlberg waren es 60 Zentimeter. Seit Donnerstag sammelten sich in den Vorarlberger Bergen damit zwischen zwei und drei Meter Neuschnee an. Es galt weiterhin Lawinenwarnstufe vier, spontane Lawinenabgänge waren jederzeit möglich - mehr dazu in vorarlberg.ORF.at.
Pinzgau nahezu von Außenwelt abgeschnitten
Der Salzburger Pinzgau ist nach den Schneefällen in der Nacht auf Montag von der Außenwelt nahezu abgeschnitten. Die beiden Bundesstraßen, die B311 bei Taxenbach und die B178 bei Lofer, sind gesperrt. Der Pass Thurn ist wieder passierbar - mehr dazu in salzburg.ORF.at.
Die tief winterlichen Bedingungen in Westösterreich sorgen seit Tagen für große Probleme: Eingeschneite und von der Außenwelt abgeschnittene Ortschaften gab und gibt es in Vorarlberg, Tirol und Salzburg. Zahlreiche Bergstraßen und auch die Arlberg-Bahnstrecke sind wegen der hohen Lawinengefahr gesperrt.
Auch Tiroler Orte betroffen
Auch in Tirol waren am Sonntag zahlreiche Orte wegen Lawinengefahr oder umgestürzter Bäume nicht erreichbar. Die Felbertauern-Straße etwa bleibt zwischen Matrei und Mittersill mindestens bis Montagvormittag gesperrt. Seit Samstagabend ist die Zufahrtsstraße nach Galtür und Ischgl gesperrt. Andreas Steibl vom Tourismusverband Paznaun-Ischgl spricht aber von einer „entspannten Situation“. Er sei froh, dass der Urlauberschichtwechsel am Samstag durchgeführt werden konnte. Dass die Gäste nun eingeschlossen seien, wolle er nicht sagen: „Das hört sich so negativ an. Der heutige Tag ist doch für die Gäste der erste Urlaubstag“, so Steibl am Sonntag.
„Störtrupps“ im Dauereinsatz
Auch in puncto Stromversorgung lief in Tirol nicht alles rund. Am Sonntag führte der Schneefall vor allem im Unterland zu erheblichen Störungen. Laut TIWAG Netz AG waren zu Mittag 7.200 Haushalte ohne Elektrizität. Probleme gab es in 14 der 279 Tiroler Gemeinden. Immer wieder brachen Bäume unter der Schneelast und stürzten in Stromleitungen. Die „Störtrupps“ waren seit Donnerstag im Dauereinsatz - mehr dazu in tirol.ORF.at.
Die Meteorologen rechnen am Montag mit einer Wetterberuhigung im Westen. Dann soll sich der Niederschlagsschwerpunkt allerdings in den Osten verschieben. In Salzburg kann es noch bis Dienstag schneien.
Links:
Publiziert am 09.01.2012