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Neujahrsvorsätze 2.0
Laut einer WeightWatchers-Umfrage nehmen sich 41 Prozent zum Jahreswechsel vor, die zu Weihnachten angefutterten Kilos rasch wieder abzunehmen, 31 Prozent wollen im neuen Jahr zumindest gesünder essen. Doch bis spätestens Februar hat jeder Vierte seine Vorsätze bereits wieder gebrochen. Zehn Prozent sind deprimiert, dass sie die Versprechen, die sie sich selbst gegeben haben, nicht halten konnten, berichtete die britische Tageszeitung „Daily Mail“.
„Menschen machen Vorsätze, weil sie sich besser fühlen wollen. Durch unrealistische Ziele fühlen sie sich letztendlich sogar schlechter als zuvor“, beschreibt die britische Ernährungsexpertin Lucy Vickens das Dilemma. Nun liegt es an jedem Einzelnen, ob er alle guten Vorsätze gleich ganz über Bord wirft und zum nächstbesten Schokoriegel greift oder noch einmal einen Neustart wagt.
Neustart leicht gemacht
Damit den Februar-Plänen nicht das gleiche Schicksal blüht wie den Neujahrsvorsätzen, rät Jürgen König, Leiter des Instituts für Ernährungswissenschaften, zunächst dazu, ernsthaft zu hinterfragen, ob man mit seiner Figur wirklich unzufrieden ist oder ob man sich nur vom allgemeinen Katzenjammer nach den Feiertagen anstecken ließ. „Vorsätze, die wegen eines bestimmten Kalenderereignisses gefasst werden, bringen wenig. Dahinter muss der Wunsch nach einer Verhaltensänderung stehen. Wann dieser Wunsch gefasst wird, ist aber egal.“
Die Waage lügt nicht
Und dabei sollte nicht nur der Blick in den Spiegel als Maßstab genommen werden, sondern wirklich auch die Waage zurate gezogen werden. „Auch wenn es Überwindung kostet, man sollte sich einmal am Tag, möglichst zur selben Zeit, wiegen, um langfristige Veränderungen besser feststellen zu können“, rät König. Und dabei soll man sich von Durchhängern nicht entmutigen lassen. Hat man bei einem gemütlichen Abendessen einmal über die Stränge geschlagen, sei das noch lange kein Grund, gleich zu verzweifeln, beruhigt König.
ORF.at/Carina KainzViel Obst und Gemüse sind der Schlüssel zum Idealgewicht„Bei diesen Gelegenheiten kann man ruhig einmal alles essen, was einem schmeckt, und das auch genießen“, sagt König. Aber dann müssen auch Strategien her, um die Völlerei wieder auszugleichen. Als ersten Schritt rät König das Essverhalten einmal genau unter die Lupe zu nehmen, indem man eine Woche lang Buch führt über seine Gewohnheiten. Dann wird oft schnell klar, wo eingespart werden kann. Als Übeltäter entlarvt König ganz klar fettreiche Lebensmittel. „Auch wenn Diäten oft anderes behaupten, der höchste Energieträger ist Fett. Und genau hier muss auch eingespart werden.“
Ohne Bewegung geht es nicht
Das Gleiche gilt für die Bewegung. Auch hier gilt, seinen Alltag zu hinterfragen. Der Februar mit seinen frostigen Temperaturen macht es den Abnehmwilligen nicht leicht. „Wer gar nicht nach draußen will, der sollte in ein Fitnessstudio ausweichen“, so König. Denn ohne Bewegung geht es nicht. „Mindestens eine halbe bis eine Stunde am Tag sollte es schon sein.“ Und das am besten draußen in der frischen Luft.
Genügend Zeit für die perfekte Bikinifigur
Aber hat es Sinn, ausgerechnet zur Faschingszeit mit den neuen Vorsätzen zu starten? „Man sollte die Faschingszeit als das sehen, was sie früher einmal war: die Nacht vor der Fastenzeit. Natürlich kann man feiern, aber dann sollte man auch 40 Tage lang fasten“, sagt König. Mit gesunder Ernährung und viel Bewegung geht sich die Bikinifigur bis zum Sommer noch locker aus. „Ein Kilogramm pro Monat kann man realistischerweise gesund abnehmen“, erklärt der Ernährungsexperte. Damit sind fünf Kilogramm bis Juli allemal drinnen.
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Publiziert am 04.02.2012