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Makabre Werbung in Israel

Ein Videoclip, der sich rasant im Netz verbreitet, erzürnt die Gemüter im Iran. Mossad-Agenten, verkleidet als Frauen, ein Samsung-Tablet und ein explodierender Atomreaktor im Iran: Aus diesen Zutaten hat die israelische Kabelfernseh- und Internetproviderfirma Hot einen makaberen Werbespot gemixt.

Laut der israelischen Tageszeitung „Haaretz“, die der „Spiegel“ (Samstag-Onlineausgabe) zitierte, sprach sich ein namentlich nicht genannter iranischer Abgeordneter dafür aus, dass man die Handelsbeziehungen zu Südkorea abbrechen solle - schließlich stamme das Samsung-Tablet in dem „beleidigenden“ Werbespot aus diesem Land. Außerdem stelle das Video den Iran als „primitiv“ dar und Israel als „machtvoll genug, um das iranische Nuklearprogramm mit Leichtigkeit zu zerstören und dessen Atomwissenschaftler zu töten“ - was natürlich ganz und gar nicht der Wahrheit entspreche.

Der US-Fernsehsender CNN zitierte zudem Arsalan Fathipour, der sich für einen „Boykott aller Samsung-Produkte“ ausspricht. Fathipour ist der Vorsitzende des Energieausschusses des iranischen Parlaments - und seine Worte verfehlten ihre Wirkung nicht.

Was das Video zeigt

In dem Werbeclip - der unter anderem auch seine Verbreitung auf YouTube fand - sind vier als Frauen verkleidete Mossad-Agenten zu sehen. Schlecht geschminkt und mit Kopftuch laufen sie durch ein verstaubtes Nest, angeblich in der Nähe der iranischen Metropole Isfahan. „Bist du vom Mossad?“, fragt einer aus dem Quartett einen Mann, der gelangweilt in einem Cafe sitzt. Dessen Antwort: „Psst.“

Der Mann heißt Shushu, ist seit zwei Monaten inkognito im Land und vertreibt sich die Zeit damit, israelische Fernsehsendungen auf seinem neuen Tablet des südkoreanischen Herstellers Samsung anzuschauen. Plötzlich drückt eine der „Frauen“ auf eine Applikation des Tablets - und im Hintergrund fliegt ein iranischer Atomreaktor mit lautem Knall in die Luft.

Samsung distanzierte sich sofort

Produziert hat den Werbespot der israelische Kabelfernsehanbieter Hot. Samsung reagierte sofort mit einer Klarstellung: „Diese Werbung wurde vom Kabelanbieter Hot ohne Wissen oder Beteiligung von Samsung produziert“, heißt es in einer Mitteilung, die das iranische Büro des südkoreanischen Konzerns veröffentlicht hat.

Der Werbeclip kommt zu einem brisanten Zeitpunkt, spielt er doch auf die Gerüchte an, Israel plane einen Erstschlag gegen das iranische Atomprogramm.

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Publiziert am 06.02.2012