Verletzte bei Protesten gegen Koran-Verbrennung in Kabul
Bei den anhaltenden Protesten gegen Koran-Verbrennungen durch US-Soldaten in Afghanistan hat es heute mehrere Verletzte gegeben.
Hunderte wütende Afghanen versammelten sich den zweiten Tag in Folge in einem Vorort der Hauptstadt Kabul, um ihren Ärger über den Umgang der USA mit dem heiligen Buch des Islam zum Ausdruck zu bringen. Dabei wurden Augenzeugen zufolge Schüsse in die Menschenmenge abgegeben. Es war zunächst unklar, wer diese abfeuerte.
„Extremistische Literatur“ auf Müllplatz
Die US-Regierung und der Kommandeur der ISAF-Schutztruppe, John Allen, entschuldigten sich inzwischen für das Vorgehen der Soldaten. Afghanische Arbeiter hatten zuvor beim Durchwühlen einer Müllhalde auf dem US-Stützpunkt Bagram rund eine Autostunde von Kabul entfernt verkohlte Exemplare des Koran gefunden.
Aus Washington hieß es, die Soldaten hätten beschlossen, „extremistische Literatur“ und anderes Material, das in der Bibliothek zurückgeblieben war, zu entsorgen. Die Bibliothek befand sich in einem Bereich des Stützpunktes für Gefangene. „Die Bücher sind aus gutem Grund entfernt, aber auf schlechtem Weg entsorgt worden“, hieß es.
Publiziert am 22.02.2012