Mensdorff-Einvernahme im U-Ausschuss

Im parlamentarischen Korruptions-U-Ausschuss sind heute zwei prominente Zeugen geladen. Den Auftakt machte der Chef der Staatsholding ÖIAG, Markus Beyrer. Ihm folgte der ÖVP-nahe Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly, die Einvernahme ist derzeit im Gange.

Beyrer wurde im Besonderen nach der Liste jener 100 Telekom-Austria-Manager, die im Jahr 2004 nach einer angeblichen Kursmanipulation rund neun Mio. Euro erhalten haben, gefragt.

Die Liste wie auch die 200.000 Mails, die das Magazin „News“ teilweise bereits am 15. Februar veröffentlicht hatte, seien noch immer nicht eingelangt. Beyrer räumte ein, noch nicht nachgefragt zu haben, warum diese Unterlagen nicht im Ausschuss sind.

„Wie viele Einladungen, weiß ich nicht mehr“

Zu seinen Teilnahmen an Jagden des Lobbyisten Mensdorff-Pouilly meinte Beyrer, er sei mehrmals jagen gegangen, auch auf Einladung der Telekom Austria (TA). An die zwei bereits medial bekannten Jagden konnte er sich konkret erinnern, bei weiteren wusste er keine Details mehr.

„Zwei (Einladungen, Anm.) waren es auf jeden Fall, wie viele genau, weiß ich nicht mehr“, so Beyrer. Für die Abschüsse hatte er nichts bezahlt, bestätigte Beyrer. Er sei ja schließlich eingeladen gewesen.

Was sagt Mensdorff-Pouilly?

Spannung herrschte bis zuletzt vor dem Auftritt von Mensdorff-Pouilly. Kritiker sehen in ihm die Schaltstelle zwischen der TA und der ÖVP, er selbst bestritt sämtliche Vorwürfe in diese Richtung mehrmals.

BZÖ und Grüne hatten bereits vergangene Woche die Offenlegung der burgenländischen Jagdlisten von den dortigen Behörden beantragt, sie wollen unter anderem wissen, welcher Barwert bei den Jagden erlegt wurde. Ein Abschuss eines Trophäenträgers kann mitunter einige zehntausend Euro kosten.

Publiziert am 21.03.2012