Datenauskunft: Facebook lässt Frist verstreichen
Nachdem Studenten aus Wien insgesamt 22 Anzeigen bei der irischen Datenschutzbehörde gegen Facebook eingebracht haben, hat die Behörde dem Sozialen Netzwerk Fristen für die Durchführung von Verbesserungen, etwa der Anpassung der Datenschutzrichtlinie, vorgegeben.
Facebook allerdings hat diese Fristen ungenutzt verstreichen lassen. Das kritisiert die Gruppe europe-v-facebook heute in einer Aussendung. „Es scheint, als lasse sich die irische Behörde mit Freuden von Facebook auf der Nase herumtanzen. Mit ernsthafter Rechtsdurchsetzung hat das leider nichts mehr zu tun. Jeder normale Bürger muss sich an die Gesetze halten, Facebook anscheinend nicht“, so der Sprecher Max Schrems.
40.000 Nutzer verlangen Auskunft
Die irische Datenschutzbehörde hofft nun bis Ende April eine Lösung zu finden. Bisher sieht die Behörde von Strafen gegen das Soziale Netzwerk ab.
Von den 40.000 Nutzern, die bisher Anfragen zur Datenauskunft an die US-Firma gesandt haben, haben viele nur unzureichende Antworten bekommen, so die Initiative.
Die Gruppe möchte nun auch die EU-Kommission auf das Problem aufmerksam machen. Schrems ruft Nutzer, deren Klagen bei der irischen Datenschutzbehörde abgewiesen wurden, dazu auf, eine Beschwerdeschrift nach Brüssel wegen Verletzung von Gemeinschaftsrecht zu schicken.
Publiziert am 03.04.2012