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Mögliches Motiv unbekannt
Die Festnahmen waren Sonntagfrüh gegen 1.45 Uhr erfolgt - knapp 24 Stunden nach dem ersten Mord. Laut Polizei führte ein Hinweis zu den beiden Männern. Bei ihnen handle es sich um den 19-jährigen Jake England und den 32-jährigen Alvin Watts. „Es wird sicher noch vieler Ermittlungen bedürfen“, erklärte Willingham weiter. „Wir haben bisher kein Motiv. Wir stellen Fragen und wir hoffen, dass wir in den nächsten Tagen Klarheit bekommen.“
Die Polizei hatte ursprünglich mit Unterstützung einer Sonderkommission und der US-Bundespolizei FBI nach einem Mann weißer Hautfarbe sowie einem „älteren“, ebenso weißen Pick-up-Truck gesucht. Doch diese Spur allein machte die Suche nach dem Phantom nicht einfacher: „Davon haben wir in Tulsa ungefähr 50.000“, zitierte der US-TV-Sender CNN am Sonntag den Polizeichef von Tulsa, Chuck Jordan.
Regelrechte Jagd in schwarzem Wohnviertel
Der oder die Täter hatten am Freitag auf fünf Menschen geschossen. Drei starben, zwei wurden schwer verletzt, dürften aber überleben. Die Tatorte lagen relativ nahe beieinander. Der erste Schuss fiel laut Polizei Samstagfrüh um 1.03 Uhr (Ortszeit). Das Opfer, ein Mann, starb im Krankenhaus. Nur rund drei Minuten später wurden zwei weitere Personen angeschossen und schwer verletzt. Kurz vor 2.00 Uhr soll der vierte tödliche Schuss gefallen sein.
Gegen 8.00 Uhr wurde das dritte Todesopfer vor einem Bestattungsinstitut gefunden. Der Mann dürfte aber bereits in der Nacht getötet worden sein. An zumindest drei Tatorten sei der gesuchte weiße Truck gesehen worden, sagte Jonathan Brooks von der Polizei in Tulsa gegenüber CNN.
Möglicherweise rassistischer Hintergrund
Alle Opfer sind schwarz. Die Polizei prüfte daher auch, ob die Taten einen möglichen rassistischen Hintergrund haben. Polizeichef Jordan schloss das laut Bericht der „New York Times“ nicht aus, fügte aber hinzu: „Ich bin Polizist. Ich brauche Beweise.“
„Sie haben einen Weißen, der in eine Siedlung gekommen ist und auf Schwarze geschossen und sie getötet hat“, zitierte die „New York Times“ Stadtrat Jack Henderson. „Für mich deutet das darauf hin, dass wir hier irgendeine Art rassistisches Problem haben.“ Zum Hintergrund der beiden Festgenommenen machte die Polizei vorerst keinerlei Angaben. In den USA hatte erst kürzlich der Fall eines von einem privaten „Bürgerschützer“ erschossenen schwarzen Jugendlichen eine neue Rassismusdebatte angefacht.
Polizei fahndete mit Hochdruck
Allem Anschein nach seien die Opfer spazieren gegangen, sagte Brooks. Laut Henderson sind die Bewohner des betroffenen Stadtteils nach wie vor extrem verunsichert und verängstigt. „Zu wissen, dass man in seinem eigenen Viertel nachts nicht die Straße entlanggehen kann, ist eine schreckliche Sache.“
Bürgermeister Dewey Bartlett hatte zuvor am Samstag gegenüber CNN erklärt, mindestens 40 Polizeipatrouillen seien in dem betroffenen Gebiet unterwegs. Außerdem gingen die Beamten faktisch „von Tür zu Tür“, um mögliche Zeugen zu finden bzw. Hinweise auf den Täter zu bekommen - was nun offenbar gelang. In Tulsa, einer Stadt mit fast 400.000 Einwohnern, waren bis zum Auftauchen des mutmaßlichen Heckenschützen in diesem Jahr bisher elf Morde begangen worden.
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Publiziert am 08.04.2012