Themenüberblick

„Schlimmster Tag meines Lebens“

Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik hat den Tag, an dem er auf der Insel Utöya 69 Teilnehmer eines Ferienlagers erschoss, als den schlimmsten seines Lebens beschrieben. „Die Operation war extrem schwer, körperlich und emotional war der 22. Juli der schlimmste Tag meines Lebens“, zitierte die Zeitung „VG“ aus einem Brief Breiviks an eine nicht genannte Frau.

Über das anstehende Gerichtsverfahren schrieb der Attentäter: „Es sieht so aus, als würde der Prozess zu einem Zirkus werden.“ In dem an einem Gefängnis-Computer abgetippten Brief heißt es weiter: „Ich kann nicht sagen, dass ich mich darauf freue.“ Die Verhandlung sei aber eine „einmalige Gelegenheit“, um den Menschen in Europa seine Weltsicht zu erklären.

Beschwerde über Gutachten

In dem Brief beschwerte sich der Attentäter auch über die Art und Weise, wie er in den Medien dargestellt werde. Auch das erste Gutachten, das ihn als psychotisch und paranoid-schizophren einstufte, kritisierte er. Ein neues Gutachten bestätigte nun Breiviks Zurechnungsfähigkeit.

Der geständige Attentäter hatte am 22. Juli 2011 insgesamt 77 Menschen getötet, als er erst eine Bombe im Osloer Regierungsviertel zündete und wenig später Dutzende Teilnehmer eines Ferienlagers auf Utöya erschoss. Überlebende des Amoklaufes wollen noch in dieser Woche die Insel besuchen.

Der heute 33-Jährige rechtsradikale Islam-Hasser hatte seine Ansichten bereits in einem mehr als 1.500 Seiten umfassenden „Manifest“ aufgeschrieben und im vergangenen Sommer, kurz vor dem 22. Juli, im Netz verbreitet.

Link:

Publiziert am 16.04.2012