Verfahren gegen Attentäter Breivik beginnt
In Oslo beginnt heute der Prozess gegen den mutmaßlichen norwegischen Massenmörder Anders Behring Breivik. In dem Verfahren gegen den erklärten Feind des Islam geht es zunächst insbesondere darum, ob der 33-Jährige zurechnungsfähig ist. Hier sind Gutachter zu unterschiedlichen Einschätzungen gekommen. Breivik hat einen Bombenanschlag im Osloer Regierungsviertel und anschließend die Tötung von Dutzenden Teilnehmern eines Jugendlagers der Arbeiterpartei gestanden.
Insgesamt wurden 77 Menschen getötet, die meisten von ihnen Jugendliche. Breiviks Verteidiger hat angekündigt, dass der Angeklagte vor Gericht bedauern wird, „nicht weiter gegangen zu sein“.
„Phase der Propaganda“
Es wird erwartet, dass Breivik die auf zehn Wochen angesetzte Verhandlung als Plattform nutzen wird, um seine ausländerfeindliche Ideologie zu verbreiten. In einem 1.500-Seiten Manifest im Internet hatte er geschrieben, dass mit einer Festnahme die „Phase der Propaganda“ beginne. „Ihre Verhandlung bietet Ihnen eine weltweite Bühne“, hieß es weiter. Das internationale Medieninteresse ist groß: Etwa 800 Journalisten werden vor Ort erwartet. Breivik soll ab morgen sprechen. Die Verteidigung hat 29 Zeugen geladen, darunter Islamisten und rechte Blogger.
Publiziert am 15.04.2012