Diplomaten-Gattinnen fordern Assads Frau zum Handeln auf

Mit einer Internetkampagne fordern Diplomaten-Gattinnen die Frau des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad auf, sich offen gegen die Niederschlagung der Oppositionsbewegung in ihrem Land auszusprechen. „Wir wünschen uns Unterschriften von Frauen aus aller Welt, die an Asma al-Assad die klare Botschaft senden, dass das Blutvergießen ein Ende haben muss“, sagte die Ehefrau des deutschen UNO-Botschafters, Huberta von Voss-Wittig, gestern der Nachrichtenagentur AFP.

Voss-Wittig hat die Initiative gemeinsam mit der Frau des britischen UNO-Botschafters, Sheila Lyall Grant, ins Leben gerufen. Ihre Onlinepetition auf der Internetplattform change.org verlangt von Asma al-Assad, als „Frau, Ehefrau und Mutter von jungen Kindern“ ihrer Verantwortung nachzukommen und sich nicht hinter ihrem Mann zu verstecken. „Hunderte von Kindern in Ihrem Land sind schon gestorben, Zehntausende wurden verletzt und vertrieben, viele wurden traumatisiert“, heißt es in dem Aufruf an die gebürtige Britin.

In einer auf YouTube veröffentlichten vierminütigen Videobotschaft an Asma al-Assad werden Bilder der glamourös auftretenden 36-Jährigen gegen Aufnahmen von den Kämpfen und des Leidens in Syrien geschnitten. „Liebe Asma“, beginnt der Text des Videos, „einige Frauen sorgen sich um ihren Stil. Und einige Frauen sorgen sich um ihr Volk.“

Ban: EU soll Flugzeuge für Syrien-Mission stellen

Die Europäische Union soll nach Wunsch von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon den UNO-Beobachtern in Syrien mit Hubschraubern und Flugzeugen helfen.

Die beabsichtigte Entsendung von 250 Beobachtern, die die Waffenruhe zwischen den Regierungstruppen von Präsident Assad und den Oppositionellen überwachen sollen, sei angesichts der Größe des Landes und der Lage dort „nicht ausreichend“.

Das sagte Ban in Luxemburg vor Journalisten. Er habe daher die EU-Spitze darum gebeten, Hubschrauber und Flugzeuge für die UNO-Beobachter zur Verfügung zu stellen. Die Reaktion sei „positiv“ gewesen, sagte Ban. Er lehnte erneut einen militärischen Schutz der UNO-Beobachter ab.

Bericht über willkürliche Exekutionen

Syrische Regierungstruppen sollen unterdessen in der Stadt Idlib acht Menschen festgenommen und hingerichtet haben. Das berichteten Regimegegner. Sie meldeten außerdem neue Angriffe mit Granaten auf mehrere Gebiete in der Provinz Homs. Gestern sollen landesweit 27 Menschen von den Regierungstruppen getötet worden sein, obwohl am Donnerstag offiziell eine Waffenruhe beginnen sollte.

Die staatliche Nachrichtenagentur SANA meldete, gestern hätten „bewaffnete terroristische Banden“ in den Provinzen Daraa und Aleppo zwei Offiziere der Ordnungspolizei getötet. Damit hätten sie die Waffenruhe verletzt.

Video dazu in iptv.ORF.at