Vertrag über Atomteststopp für Nordkorea „nicht mehr gültig“
Nordkorea fühlt sich laut eigenen Worten nicht länger an eine Vereinbarung mit den USA gebunden, nach der es seine Atomwaffentests aussetzt und Inspektoren ins Land lässt. Diese Übereinkunft vom Februar sei nicht länger gültig, teilte das nordkoreanische Außenministerium gestern mit.
Die Regierung begründete den Schritt in einer von der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Erklärung damit, dass die USA eine „feindliche Handlung“ gegenüber Nordkorea unternommen hätten.
Scharfe Kritik an Raketentests
Der UNO-Sicherheitsrat hatte erst kürzlich einen gescheiterten Raketenstart in Nordkorea scharf verurteilt und eine strengere Durchsetzung der bestehenden Sanktionen gefordert. In den kommenden 15 Tagen soll der für Nordkorea zuständige Ausschuss überprüfen, ob weitere Personen, Firmen oder Güter auf die Liste der Strafmaßnahmen gesetzt werden sollen.
Außerdem warnte das UNO-Gremium die Führung in Pjöngjang vor zusätzlichen Sanktionen, sollten weitere Raketenstarts oder ein Atomtest folgen. In den Jahren 2006 und 2009 hatte Nordkorea jeweils nach Raketenstarts Atombomben getestet. Die internationale Gemeinschaft befürchtet, dass sich dieses Muster fortsetzen könnte. Nach nordkoreanischen Angaben sollte die vergangene Woche gestartete Rakete einen Wettersatelliten ins All bringen.
Publiziert am 17.04.2012