Wird UNO-Mission in Syrien blockiert?

Die syrische Führung sperrt sich nach Angaben von UNO-Diplomaten gegen eine verbindliche Vereinbarung über die Beobachtermission im Land. Die Verhandlungen über eine ungehinderte Arbeit der Mission in ganz Syrien seien zum Erliegen gekommen, hieß es gestern am Sitz der Vereinten Nationen in New York.

Es bestehe „das Risiko, dass die Syrer insgesamt nicht zustimmen“, sagte ein Diplomat. Ein anderer Diplomat sprach von einem „Stillstand“, den Syriens Staatschef Baschar al-Assad „mit Absicht“ herbeigeführt habe.

UNO-Beobachtervorhut bereits in Syrien

Der UNO-Sicherheitsrat hatte die Beobachtermission in Syrien am Samstag beschlossen. Sie soll über die Umsetzung des Friedensplans des Sondergesandten der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga, Kofi Annan, wachen.

Eine erste Vorhut von acht unbewaffneten Beobachtern hält sich bereits in der syrischen Hauptstadt Damaskus auf. Bis zum Ende der Woche soll Annan dem Sicherheitsrat nach Angaben der Diplomaten über die Arbeit der Beobachter Bericht erstatten.

Homs weiter bombardiert

Nach Angaben von Aktivisten setzte die syrische Armee heute ihre Angriffe auf die Protesthochburg Homs fort. Wie die örtlichen Koordinierungskomitees, die in dem Land den Aufstand organisieren, mitteilten, bombardierten die Streitkräfte zwei Stadtviertel. Zudem fliege ein Aufklärungshubschrauber über der Stadt. Auch in den Vierteln Chaldija und Bajada seien schwere Explosionen zu hören, hieß es in der Erklärung der Komitees weiter.

Publiziert am 18.04.2012