AU fordert Sudan und Südsudan zu Rückzug auf
Im bewaffneten Konflikt zwischen dem Sudan und dem Südsudan hat die Afrikanische Union (AU) beide Seiten erneut zum Rückzug ihrer jeweiligen Truppen aus der umstrittenen Grenzregion Abyei aufgefordert.
Die rund 300 sudanesischen und etwa 700 südsudanesischen Soldaten müssten von dort abziehen, erklärte die AU gestern in einer Mitteilung. Angesichts der anhaltenden Spannungen zwischen beiden Ländern gab sich die Staatengemeinschaft „ernstlich besorgt“.
Kämpfe zuletzt eskaliert
Die Kämpfe im ölreichen Grenzgebiet zwischen beiden Ländern waren zuletzt eskaliert, nachdem südsudanesische Truppen das umstrittene Ölfeld Heglig besetzt hatten. Es waren die heftigsten Gefechte seit der Unabhängigkeitserklärung des Südsudan im vergangenen Juli.
Die Staatschefs des Sudan und des Südsudan, Omar al-Baschir und Salva Kiir, warfen einander Kriegstreiberei vor. Die Region Abyei wird vom Sudan kontrolliert. Dort sind zugleich rund 4.000 äthiopische UNO-Blauhelmsoldaten im Einsatz.
UNO droht mit Sanktionen
Der UNO-Sicherheitsrat erwägt laut Angaben aus Diplomatenkreisen inzwischen Sanktionen gegen beide Länder. Die USA entsandten ihren Vermittler für den Konflikt zu den Staatschefs beider Seiten. Wie Regierungssprecher Mark Toner sagte, kam Princeton Lyman bereits in der südsudanesischen Hauptstadt Juba mit Kiir zusammen.
Er solle auch in der sudanesischen Hauptstadt Khartum mit Baschir sprechen. Lymans zentrale Botschaft sei, dass die Gewalt „unverzüglich und bedingungslos“ beendet werden müsse, sagte Toner.
Publiziert am 18.04.2012