Palästinenser erwägen UNO-Antrag auf Beobachterstatus

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist gestern zum ersten Mal seit mehr als eineinhalb Jahren mit ranghohen palästinensischen Vertretern zusammengetroffen. Nach dem Gespräch mit Chefunterhändler Saeb Erekat und Geheimdienstchef Madschd Faradsch bekräftigten beide Seiten gestern ihren Willen zu einer Friedensregelung in Nahost.

UNO-Status eines Nichtmitgliedsstaats?

Nach dem Treffen wurde bekannt, dass die palästinensische Führung offenbar entschlossen ist, bei der UNO-Vollversammlung den Status eines Nichtmitgliedsstaates zu beantragen, mit dem sie Zugang zu sämtlichen wichtigen internationalen Organisationen und zum Internationalen Gerichtshof beziehungsweise zum Strafgerichtshof bekäme.

Die Aufwertung Palästinas zu einem Beobachterstaat (Observer State) durch Beschluss einer großen Mehrheit der UNO-Mitglieder könnte durch keine Vetomacht verhindert werden und wäre nach Auffassung von Völkerrechtsexperten implizit die internationale Anerkennung der palästinensischen Eigenstaatlichkeit.

Siedler griffen Palästinenser an

Unterdessen wurde gestern bei einem Angriff jüdischer Siedler ein Palästinenser in Hebron im Westjordanland offenbar schwer verletzt. Mehrere Siedler hätten den 41-Jährigen in seinem Haus angegriffen, sagte ein Rettungssanitäter, der den Verletzten ins Krankenhaus brachte.

Sie hätten an seine Tür geklopft und ihn dann niedergeprügelt. Das Haus des Opfers grenzt dem Sanitäter zufolge an die jüdische Siedlung Kirjat Arba, in der 6.500 Israelis leben.

Publiziert am 18.04.2012