Burmas Suu Kyi plant erste Auslandsreise seit 1988
Die burmesische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi plant nach mehr als zwanzig Jahren ihre erste Auslandsreise. Die 66-jährige Friedensnobelpreisträgerin, die 16 der vergangenen 21 Jahre in Haft oder in Hausarrest verbringen musste, werde im Juni nach Norwegen reisen, verlautete heute aus Kreisen ihrer Nationalen Liga für Demokratie (NLD) in Rangun.
1991 durfte sie nicht nach Oslo reisen, um den Friedensnobelpreis entgegenzunehmen. Sie wurde damals von ihren Söhnen vertreten.
Mandat im Parlament gewonnen
Die Tochter des ermordeten burmesischen Freiheitshelden General Aung San war 1988 von Großbritannien nach Burma heimgekehrt, um ihre kranke Mutter zu pflegen. 1990 gewann die NLD Wahlen zu einer verfassunggebenden Nationalversammlung mit Vierfünftelmehrheit, doch durfte das Parlament nie zusammentreten. Ihren 1999 verstorbenen Mann Michael Aris durfte sie nicht wiedersehen.
Suu Kyi war im November 2010 freigelassen worden, eine Woche nach der von der Militärjunta organisierten Wahl. Sie gewann bei Nachwahlen zum Parlament am 1. April ein Mandat. Doch verweigert sie den Eid auf die vom Militär diktierte Verfassung.
Publiziert am 18.04.2012