Nach Audimax-Besetzung setzt Uni Wien auf Diskussion
Die Uni Wien setzt weiterhin auf einen Dialog mit jenen „unzufriedenen Studierenden“, die am Freitag zunächst die Rektoratsbüros und am Nachmittag das Audimax besetzt hatten, betonte Rektor Heinz Engl gestern bei einem Pressegespräch.
Es soll zwei offen zugängliche Info- und Diskussionsveranstaltungen zu den Forderungen der Studenten, darunter keine Einführung von Studiengebühren, die Abschaffung der als K.-o.-Phase kritisierten Studieneingangs- und Orientierungsphase und der Erhalt des Bachelorstudiums Internationale Entwicklung, geben. Engl zeigt teilweise Verständnis für die Anliegen der Studierenden, nicht aber für die, wie er sagt, gewaltsame Besetzung.
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Schmied zeigt Verständnis
Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) kritisierte die Reaktion der Uni Wien. Die Aussagen des Rektorats würden zeigen, dass es kein Verständnis für die Situation und Forderungen der Studierenden gebe: „Auf der heutigen Pressekonferenz bewies die Spitze der Universität Wien, dass sich ihr Verständis von Gesprächsbereitschaft auf eine Stellungnahme beschränkt und es keinen Ausbau von Mitbestimmungsmöglichkeiten Studierender geben wird.“
Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) zeigte Verständnis für die Studierenden und kritisierte im Interview mit „Österreich“ (Samstag-Ausgabe) die Uni Wien: „Dass die Universitäten gerade im Bereich politische Bildung autonom ihr Programm ändern, ist für mich als Unterrichtsministerin wirklich schwer nachvollziehbar.“ Auch an der Räumung übte Schmied indirekt Kritik. Ob Engl überreagiert habe? „Das würde ich schon meinen“, so die SPÖ-Ministerin.
Polizei räumte Audimax
Die Polizei räumte am Freitagabend das von Studenten besetzte Audimax der Uni Wien. Laut Studenten ging die Polizei dabei brutal vor. Schon am Nachmittag war das besetzte Rektorat von der Polizei geräumt worden. Die geplante Abschaffung ist laut den Studenten „bisher einmalig in der österreichischen Geschichte und kann von den Betroffenen nicht hingenommen werden“. Die ÖH zeigte sich solidarisch. Das Hauptgebäude der Uni Wien bleibt heute geschlossen.
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Publiziert am 20.04.2012