Repsol-Streit: Spanien kürzt Importe aus Argentinien

Nach der argentinischen Ankündigung zur Verstaatlichung der Repsol-Tochter YPF hat Spanien eine erste Gegenmaßnahme ergriffen. Wie die spanische Vizeregierungschefin Soraya Saenz de Santamaría gestern mitteilte, wird Madrid die Einfuhr von Biodiesel aus dem lateinamerikanischen Land einschränken.

Bisher machen die Importe aus Argentinien etwa die Hälfte des spanischen Bedarfs aus. Nähere Einzelheiten zu den geplanten Restriktionen gab Madrid nicht bekannt. Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner reagierte kühl: Sie respektiere die Entscheidungen fremder Regierungen. Die 400.000 Tonnen Biodiesel, die jährlich nach Spanien exportiert würden, könnten ohne Schwierigkeit vom argentinischen Binnenmarkt abgenommen werden, erklärte die Staatschefin im patagonischen Rio Gallegos.

EU warnt Argentinien

Fernandez de Kirchner hatte die Enteignung des größten Erdölunternehmens des Landes mit fehlenden Investitionen des spanischen Mehrheitseigners begründet. Das EU-Parlament warnte Argentinien vor der Verstaatlichung der Repsol-Tochter und drohte mit Folgen.

Diese einseitige und willkürliche Entscheidung von Buenos Aires könne die laufenden Verhandlungen Argentiniens mit der EU über ein Assoziierungsabkommen behindern, hieß es in einer fraktionsübergreifenden Entschließung des Parlaments. Nach dem Willen von Fernandez de Kirchner sollen bald 51 Prozent der Aktien des Erdölkonzerns YPF in Staatsbesitz übergehen.

Publiziert am 21.04.2012