IWF-Aufstockung: Nowotny bedauert Haltung der USA

Der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank und EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny bedauert in einem Interview mit dem „Wall Street Journal“, dass die USA bei der Aufstockung der IWF-Mittel nicht teilgenommen hat. Das, obwohl sie für sich beanspruchten, „eine wesentliche Rolle im Währungsfonds zu haben“, kritisierte Nowotny.

Man hätte erwarten können, dass die USA ebenfalls an der Aktion teilnehmen. Generell sei die Mittelaufstockung sowohl beim IWF als auch beim Euro-Schutzschirm ein positives Zeichen. Nowotny hofft, dass die Mittelaufstockung auch zur Verringerung der Nervosität in den Märkten beitragen wird.

„Diese Finanzaktion ist nicht nur eine europäischen Angelegenheit sondern Teil einer allgemeinen Finanzstruktur des IWF“, betont der Notenbanker. Die ganze Idee von „Firewalls“ sei aber etwa irreführend. „Was wir tun, ist nicht bloß Mauern bauen. Der Hauptaspekt besteht darin, strukturelle Reformen in den betroffenen Ländern und in ganz Europa zu initiieren.“

IWF-„Feuerkraft“ steigt auf eine Billion

Die führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) hatten sich zuvor in Washington darauf geeinigt, die globale „Feuerkraft“ des IWF um mehr als 430 Milliarden US-Dollar aufzustocken und somit fast zu verdoppeln. Damit wird neben dem Ende März erhöhten Schutzwall um die Euro-Länder ein weiterer Rettungsschirm im Umfang von einer Billion US-Dollar für kriselnde Länder aufgespannt.

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Publiziert am 22.04.2012