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Hohe Wachstumsraten erwartet

Mit 11,85 Milliarden Dollar (8,97 Mrd. Euro) hat der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestle das Rennen um die Babynahrungssparte von Pfizer für sich entschieden. Die Konkurrenten, der französische Lebensmittelkonzern Danone und der US-Nahrungsmittelhersteller Mead Johnsohn, hatten sich sogar zusammengetan, um im Bieterstreit mit Nestle ihre finanzielle Schlagkraft zu erhöhen.

Doch offenbar war Nestle als Einzelbieter für den US-Pharmakonzern Pfizer die bessere Wahl und auch finanziell schlagkräftiger. Die Übernahme muss nun von den Wettbewerbshütern genehmigt werden. Der Kindernahrungsbereich war von Pfizer schon im Juli 2011 offiziell zum Verkauf ausgeschrieben worden. Seit der 68-Mrd.-Dollar-Übernahme (aktuell 51,5 Mrd. Euro) des Pharmaunternehmens Wyetz 2009 hatte Pfizer betont, sich stärker auf das Kerngeschäft zu konzentrieren.

Der Umsatz der erworbenen Pfizer-Sparte wird von Nestle für 2012 auf 2,4 Mrd. Dollar geschätzt. Der größte Teil wird in Asien erwirtschaftet. Die Schweizer setzten mit Babynahrung im vergangenen Jahr rund 6,5 Mrd. Franken (5,4 Mrd. Euro) um.

„Strategische Ergänzung“

Für Nestle, das bereits mit Alete in der Babynahrung vertreten ist, sei dieser Kauf eine „strategische Ergänzung“ des stark wachsenden Geschäfts mit Säuglingsnahrung. Nestle-Chef Paul Bulcke geht davon aus, dass sich die Übernahme schon im ersten Jahr positiv auf Wachstum und Gewinn je Aktie auswirken werde. Der Schweizer Konzern, der nicht zuletzt dank steigender Nachfrage in Schwellenländern wie China und in Lateinamerika wachsende Umsätze erzielte, setzt auch mit dieser Übernahme auf Märkte mit wachsender Bevölkerung.

Babynahrung von NestleReuters/Denis BalibouseDer Markt mit Kindernahrung könnte jährlich um sechs Prozent wachsen

Diese würden sich zunehmend an westliche Lebensgewohnheiten anpassen und auf vorgefertigte Lebensmittel zurückgreifen. Allein China ist mit jährlich rund 16 Mio. Neugeborenen ein lukrativer Markt. Entsprechend sind dort auch weitere Zuwachsraten zu erwarten. Laut dem Marktforschungsinstitut Euromonitor International könnte der Umsatz mit Baby- und Kindernahrung bis 2016 um jährlich sechs Prozent wachsen. In den Schwellenländern dürfte das Plus sogar bei durchschnittlich 13 Prozent liegen.

„Längerfristig guter Schachzug“

Einfach dürften die Verhandlungen nicht gewesen sein. Noch in der vergangenen Woche hatten Insider gegenüber Reuters von einem Preis von bis zu zehn Mrd. Dollar gesprochen. Danone soll Berichten zufolge sogar elf Mrd. Dollar geboten haben. Nestle muss nun fast zwölf Mrd. Dollar zahlen. Das sei kein Schnäppchen, so ein Aktienhändler aus Zürich: „Aber wenn man sieht, welche Ergebnisse Nestle von Quartal zu Quartal vorlegt, ist das längerfristig bestimmt ein guter Schachzug.“

An Geld dürfte es dem Schweizer Konzern nicht mangeln. Seit dem Verkauf des Augenmittelherstellers Alcon an den Schweizer Pharmakonzern Novartis im Jahr 2010 schwimme Nestle Analysten zufolge in Geld.

Interesse an Iglo

Das Unternehmen ist jedenfalls schon seit längerem auf Einkaufstour. Erst im vergangenen Jahr kaufte der Konzern den chinesischen Süßwarenhersteller Hsu Fu Chi und den Getränkeproduzenten Yinlu. In Brasilien investierte das Schweizer Unternehmen über 67 Mio. Euro in eine neue Getränkefabrik.

Mit der Übernahme von Hsu Fu Chi wurde Nestle nach Mars zum zweitgrößten Süßigkeitenhersteller in China. Medienberichten zufolge dürfte Nestle auch an dem Tiefkühlkonzern Iglo interessiert sein. Bei dem Finanzinvestor Permira, seit 2006 Besitzer von Iglos, haben sich Medienberichten zufolge einige potenzielle Käufer gemeldet.

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Publiziert am 23.04.2012