Verunglückter Wettkandidat Samuel Koch findet Risiken richtig
Nach dem Unfall bei „Wetten, dass..?“ konnte er seinen Körper zunächst noch spüren: Samuel Koch macht den Ärzten dennoch keine Vorwürfe. Das sagte der 24-Jährige, der querschnittgelähmt ist und im Rollstuhl sitzt, heute bei der Vorstellung seiner Biografie in Berlin.
„Das ändert auch nicht die Ist-Situation.“ Mit Blick auf den verheerenden Sturz sprach er von einer „Kette von unglücklichen Umständen“. Aber: „Ich finde es richtig, auch Risiken einzugehen.“
Sprung 500-mal geübt
Sein Koautor Christoph Fasel betonte die präzisen Vorbereitungen: Koch habe 500 solcher Sprünge geübt und sei als Turner und Akrobat vorher schon weitaus höhere Risiken eingegangen. Als Wettkandidat der ZDF-Show war Koch am 4. Dezember 2010 vor den Augen von Millionen von Fernsehzuschauern verunglückt. Er sprang mit Federn an den Füßen über fahrende Autos und stürzte.
Moderator Thomas Gottschalk erklärte wenige Wochen danach seinen Rückzug aus der ZDF-Show. „Dieser Entschluss war hundertprozentig richtig“, sagte Gottschalk bei der Buchvorstellung. Zu Koch empfinde er eine Nähe, die ihn den Rest seines Lebens begleiten werde.
„Noch in der Selbstfindung“
„Ich habe Unmengen an Post erhalten. Das Buch ist auch eine Antwort für die, die gefragt haben, wie es mir geht“, sagte der 24-Jährige in Berlin bei der Vorstellung des Buchs „Samuel Koch. Zwei Leben“.
Er sagte, dass er sich seit seiner Querschnittlähmung noch „in einer Art Selbstfindung“ befinde. Er hoffe, mit dem Buch „etwas übermitteln“ zu können. „Das nimmt etwas von der Sinnlosigkeit.“
Setzt Studium fort
In dem Buch erzählt Koch seinen Werdegang als Kunstturner und Schauspielschüler, berichtet von dem schicksalhaften Abend bei „Wetten dass..?“ in Düsseldorf und geht darauf ein, wie sich sein Leben nach dem Unfall verändert hat. Koch, der rund um die Uhr Betreuung braucht, hat inzwischen sein Studium an der Hannoveraner Hochschule für Musik, Theater und Medien wieder aufgenommen.
Publiziert am 23.04.2012