GB: Medienaufsicht untersucht Hackerskandal bei Sky News
Wegen des Hackens privater E-Mails durch Journalisten von Sky News hat die britische Medienaufsicht eine Untersuchung gegen den TV-Sender eingeleitet. Ein Sprecher der Aufsichtsbehörde Ofcom sagte heute der Nachrichtenagentur AFP in London, es werde geprüft, ob Sky News in zwei Fällen gegen den Schutz der Privatsphäre verstoßen habe.
Die Untersuchung solle binnen 90 Tagen abgeschlossen werden. Sky News habe die Möglichkeit, Stellung zu nehmen. Ein Sky-News-Sprecher sagte, der Sender bleibe dabei, dass das Hacken privater E-Mails „journalistisch gerechtfertigt“ gewesen sei.
Mit Murdoch-Imperium verbunden
Sky News hatte am 5. April eingeräumt, illegal in Mail-Accounts eingedrungen zu sein. Bei einem der recherchierten Fälle handelte es sich um einen Versicherungsbetrug, bei dem 2008 ein Ehepaar den Tod des Mannes vortäuschte, um mit dem Geld aus der Lebensversicherung in Panama ein neues Leben zu beginnen. In dem anderen Fall ging es um einen mutmaßlichen Pädophilen.
Der Satelliten-TV-Sender ist mit dem Imperium des Medienmoguls Rupert Murdoch verknüpft. Die britische Öffentlichkeit steht noch immer unter dem Eindruck des Skandals um das Murdoch-Boulevardblatt „News of the World“, dessen Journalisten Politiker, Prominente sowie Anschlags- und Entführungsopfer abgehört hatten.
Publiziert am 23.04.2012