Heftigste Angriffe auf Südsudan seit Unabhängigkeit

Ungeachtet des Rückzugs des Südsudan von dem umstrittenen Ölfeld Heglig dauern die Kämpfe in der Grenzregion zum Sudan an. Sudanesische Flugzeuge bombardierten gestern in Bentiu eine Brücke und einen Markt, wie eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Der sudanesische Präsident Omar al-Baschir lehnte bei einem Truppenbesuch in Heglig Verhandlungen ab, während die Armee von 1.200 getöteten südsudanesischen Soldaten sprach. Angaben zu den Opfern aufseiten der sudanesischen Armee gab es nicht. Die Kämpfe um Heglig waren die schwersten militärischen Auseinandersetzungen seit der Unabhängigkeit des Südsudan vom Sudan im Juli vergangenen Jahres.

Eine unabhängige Bestätigung der Opferzahlen war zunächst nicht möglich. Ein AFP-Reporter berichtete aber, dass die Leichen zahlreicher südsudanesischer Soldaten in der Kampfzone lagen. Zudem wurde die wichtigste Ölförderanlage von Heglig durch die Kämpfe schwer beschädigt. Große Mengen Erdöls liefen aus, ein Ölreservoir und acht Generatoren wurden durch Brände zerstört. Ein Ingenieur sagte, auch ein Stromkraftwerk sei zerstört worden.

Ölfeld an umstrittener Grenze

Das Ölfeld liegt an der nicht vollständig festgelegten Grenze zwischen dem Sudan und dem Südsudan. Mehrere Teile des Ölfelds, das für die Hälfte der Ölproduktion des Sudan aufkommt, werden von beiden Staaten beansprucht. Der Sudan hatte mit der Unabhängigkeit des Südens drei Viertel seiner Ölreserven verloren. Der Südsudan besetzte am 10. April das Ölfeld, entschloss sich aber Ende vergangener Woche zum Rückzug.

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