Berichte: Cyberangriff auf iranische Ölanlagen

Der iranische Ölsektor ist offenbar Ziel eines großangelegten Cyberangriffs geworden. Wie mehrere iranische Nachrichtenagenturen gestern meldeten, wurden durch einen Virusangriff Computer getroffen, die wichtige Funktionen an Ölanlagen steuern. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Mehr wurden das größte Ölterminal des Iran auf der Insel Charg im Persischen Golf sowie Anlagen in anderen Landesteilen bereits gestern vom Netz genommen.

Dem Agenturbericht zufolge löste das jedoch keine Probleme bei Ölproduktion und -ausfuhr aus. Im Terminal Charg werden nach offiziellen Angaben 90 Prozent der iranischen Ölexporte abgefertigt.

Die Websites des iranischen Ölministeriums und der Nationalen Iranischen Ölfirma konnten stundenlang nicht aufgerufen werden. Am Abend funktionierte die Ministeriumsseite wieder. Ministeriumssprecher Aliresa Niksad sagte auf der Nachrichtenwebseite des Ministeriums, Shana, entgegen erster Berichte habe der Virus Daten von staatlichen Servern entfernt.

Krisenkomitee eingerichtet

Laut Mehr setzte das Ölministerium ein „Cyberkrisenkomitee“ ein, das sich mit der Attacke beschäftigen soll. Der Iran war bereits im Jahr 2010 Opfer eines massiven Cyberangriffs geworden. Damals war der Computerwurm Stuxnet in Rechner des Atomprogramms einschleust worden. Er legte einen Teil der Zentrifugen zur Urananreicherung in der Atomanlage Natans still. Der Iran hatte damals den USA und Israel vorgeworfen, hinter der Attacke zu stecken. Die beiden Länder sind die größten Kritiker des iranischen Atomprogramms, hinter dem sie das Streben nach einer Bombe vermuten.