Hudson-Prozess: Angeklagter leugnet

Am ersten Tag des Prozesses um den Mord an drei Familienmitgliedern von Oscar-Gewinnerin Jennifer Hudson („Dreamgirls“) hat der angeklagte Ex-Schwager die Tat bestritten. Er habe nichts mit der grausamen Bluttat zu tun und sei selbst ein Opfer, ließ William Balfour zum Prozessauftakt gestern in Chicago per Anwalt mitteilen.

Dem 30-Jährigen wird vorgeworfen, aus Eifersucht die Mutter, den Bruder und selbst den sieben Jahre alten Neffen der Sängerin und Schauspielerin erschossen zu haben. Balfour hat die Vorwürfe bestritten. Zeugen gibt es ebenso wenig wie Fingerabdrücke oder DNA-Spuren. Es wird ein reiner Indizienprozess werden. Hudson erschien als Zeugin im Gerichtssaal.

Mord aus Eifersucht?

Balfour hatte der Anklage zufolge immer wieder seine damalige Frau Julia, die Schwester Hudsons, bedroht, zitierte die „Chicago Tribune“ aus der Anklageschrift. „Wenn Du mich verlässt, töte ich Dich“, soll Balfour gesagt haben. Der Verteidiger bezeichnete seinen Mandanten hingegen als Opfer des Ermittlungsdrucks nach der Bluttat im Oktober 2008: „Sie brauchten einen Schuldigen und sie brauchten ihn schnell.“

Hudsons 57 Jahre alte Mutter Darnell war als Erste in ihrem Haus erschossen worden. Unmittelbar danach schoss der Täter ihrem Sohn, Hudsons Bruder Jason, 29, mit einer schweren Pistole vom Kaliber 45 zweimal in den Kopf. Der kleine Julian, ein Kind aus einer anderen Beziehung von Julia, war zunächst entführt worden. Die Leiche des Siebenjährigen wurde drei Tage später mit einem Kopfschuss in einem abgestellten Auto entdeckt. Julia selbst war an dem Tag nicht zu Hause und entging dem Mörder ebenso wie Jennifer Hudson selbst.

Publiziert am 23.04.2012