Ägypten-Wahl: Kandidaturverbot für Ex-Mubarak-Politiker
Im Rennen um das Amt des ägyptischen Präsidenten scheiden immer mehr Kandidaten aus. Der Oberste Militärrat billigte jetzt ein vom Parlament verabschiedetes Gesetz, das die Kandidatur von ehemaligen Topfunktionären des Mubarak-Regimes verbietet. Das verlautete heute aus Militärkreisen.
Demnach müsste der Kandidat Ahmed Schafik ausgeschlossen werden, den der damalige Präsident Hosni Mubarak kurz vor seiner Entmachtung im Februar 2011 zum Ministerpräsidenten ernannt hatte.
Noch zwölf Bewerber
Nachdem die Wahlkommission bereits mehrere Kandidaten aus formalen Gründen ausgeschlossen hat, sind derzeit nur noch zwölf Bewerber im Rennen. Die besten Chancen haben nach jüngsten Umfragen der unabhängige Islamist Abdel Moneim Abul Futuh, der frühere Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, und der Muslimbruder Mohammed Mursi. Das Militär, das um seine Pfründe bangt, soll angeblich Mussa bevorzugen.
Der Friedensnobelpreisträger Mohammed el Baradei hatte seine Kandidatur schon frühzeitig zurückgezogen. Er will nun eine neue Partei gründen. Am Samstag steht in Kairo die Gründungsversammlung seiner „Verfassungspartei“ an. El Baradei erklärte, die Übergangsphase nach der Entmachtung von Mubarak sei bisher „katastrophal“ verlaufen.
Haftstrafe für ägyptischen Schauspieler
Der berühmteste Filmschauspieler Ägyptens, Adel Imam, soll drei Monate ins Gefängnis, weil er in einem Film und einem seiner alten Theaterstücke angeblich den Islam beleidigt hat. Ein Gericht in Kairo bestätigte ein im Februar in erster Instanz ergangenes Urteil. Beobachter sehen den Richterspruch vor dem Hintergrund des Erstarkens der Islamisten in Ägypten seit dem Sturz von Mubarak im Februar vergangenen Jahres.
Nach ihrer Einschätzung hat sich der Komödiant, der über 70 Jahre alt ist, in seinen Rollen gar nicht über die Religion an sich lustig gemacht. Vielmehr habe sein Spott den radikalen Islamisten mit langen Bärten gegolten, die Alkohol und Bikinis verbieten wollen.
Publiziert am 24.04.2012