Annan: Kein Truppenabzug aus syrischen Städten

Syrien hat nach Darstellung des internationalen Sondergesandten Kofi Annan nicht wie gefordert schwere Waffen aus umkämpften Städten abgezogen. Zudem setzten syrische Soldaten und Sicherheitskräfte Menschen, die Kontakt zu UNO-Beobachtern gehabt hätten, massiv unter Druck, sagte Annans Sprecher Ahmad Fausi gestern unter Berufung auf Satellitenaufnahmen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass einige anschließend getötet würden.

Satellitenbilder zeigten, dass die syrischen Streitkräfte nicht, wie unter dem UNO-Friedensplan vereinbart, schweres Gerät aus den Stadtzentren entfernt und in die Kasernen zurückgebracht hätten. „Sie behaupten, dass sie es getan haben. Satellitenbilder und glaubwürdige Berichte zeugen jedoch davon, dass es nicht vollständig umgesetzt wurde. Das ist nicht akzeptabel“, sagte Fausi.

Gewalt „absolut inakzeptabel“

In einer geschlossenen Sitzung des UNO-Sicherheitsrats nannte Annan nach Angaben von Diplomaten die Gewalt in Syrien „absolut inakzeptabel“. So habe es Berichte über ein Blutbad in der Stadt Hama gegeben, nachdem UNO-Beobachter die Stadt wieder verlassen hätten.

Lediglich in der näheren Umgebung der zunächst nur elf Blauhelm-Beobachter gehe die Gewalt zeitweise zurück. In anderen Gegenden sei das Blutvergießen hingegen unvermindert fortgesetzt worden.

Publiziert am 24.04.2012