E-Wirtschaft will bis 2020 16,3 Mrd. Euro investieren
Die Stromfirmen wollen in den nächsten sieben Jahren 16,3 Mrd. Euro in Kraftwerke und Leitungen investieren und damit bis zu jährlich 3,5 Mrd. Kilowattstunden mehr Strom produzieren - wenn man sie lässt. Diese Ankündigung wurde in einem gestern Abend vorgestellten „Aktionsplan 2020“ gemacht, in dem alle jene Kraftwerksprojekte zusammengefasst werden, die sich im Bau- oder Planungsstadium befinden. Die Vorhaben wurden mit Vertretern von NGOs, Gemeinden, der AK und der Energieagentur diskutiert.
Von den Projekten, die seit Jahren diskutiert werden, sind zehn Laufkraftwerke und sechs Speicherprojekte im Bau. Geplant oder in Vorbereitung sind 31 Laufkraftwerke, zwölf Pumpspeicher-, sieben thermische Kraftwerke und 18 Erneuerbare-Energie-Projekte, hauptsächlich Windkraft.
Die Hälfte der Summe, nämlich 8,2 Mrd., soll aber in den Ausbau von Verteiler- und Übertragungsnetzen fließen, wobei die Kosten für die „intelligenten“ Stromzähler noch nicht enthalten sind. Verfasst hat den Plan Oesterreichs Energie, die Lobbyorganisation der österreichischen E-Wirtschaft. Er baut auf dem vor vier Jahren veröffentlichten „Masterplan Wasserkraft“ auf.
Genehmigungsverfahren zu lang
„Ohne einen nationalen Schulterschluss für einen thermohydraulischen Verbund sind die Energieziele 2020 Schall und Rauch“, erklärte der Vizepräsident des Verbands, Leo Windtner, der auch ÖFB-Präsident ist. Die Genehmigungsverfahren seien inakzeptabel lang und viele Gebietskörperschaftern glaubten, Projekte mit hohen Zusatzkosten belasten zu können: „In der Vergangenheit hat es oft geheißen, dies und jenes muss alles mitgehen. Das wird in Zukunft nicht mehr möglich sein, weil sich das im Strompreis abbilden muss.“
Publiziert am 24.04.2012