Syrien: Über 70 Tote bei Explosion in Hama
Zwei Wochen nach dem offiziellen Beginn ist von der Waffenruhe in Syrien nichts mehr zu spüren. Regimegegner berichteten, dass gestern landesweit 102 Menschen getötet worden seien. Allein in der Stadt Hama, wo nach Einbruch der Dunkelheit eine Rakete eingeschlagen sei, wurden demnach 71 Tote gezählt.
Die staatliche Nachrichtenagentur SANA berichtete hingegen von einer Explosion in einer „Bombenwerkstatt von Terroristen“ mit 16 Toten und Dutzenden Schwerverletzten, darunter auch viele Kinder.
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Christen geraten zwischen Fronten
Die Christen in Syrien geraten im Bürgerkrieg zunehmend zwischen die Fronten. 50.000 Christen haben bereits die Stadt Homs verlassen und in umliegende Dörfern Zuflucht gesucht. Darauf machten die syrisch-orthodoxen Erzbischöfe Silvanus Petros von Homs und Hama sowie Eustathius Matta Roham von Jezira und Euphrat aufmerksam. Sie sind derzeit als Gäste von Christ in Not in Wien.
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Kein Eingreifen der NATO
Für NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen ist ein Eingreifen des westlichen Militärbündnisses in den aktuellen Konflikt nicht durchführbar. Im Gegensatz zu der Situation 2011 in Libyen, wo die NATO auf Basis eines klaren Mandats der Vereinten Nationen zum Schutz der dortigen Zivilbevölkerung operieren konnte, liege ein solcher Beschluss für Syrien nicht vor, sagte er dem deutschen Magazin „Cicero“.
„In Libyen hatten wir die aktive Unterstützung der Länder aus der Region. Das ist in Syrien nicht der Fall“, fügte er hinzu. Das Mitgliedsland Türkei hatte allerdings erklärt, es sehe die NATO in der Pflicht, seine Grenze gegenüber Syrien gegebenenfalls abzusichern. Der in Artikel 5 des NATO-Vertrages vorgesehene Bündnisfall wurde erst einmal ausgerufen - nach den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001.
Publiziert am 26.04.2012