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Mit Hartnäckigkeit zum Ziel
Dank der starken Nachfrage nach seinen Handys erwirtschaftete Samsung, Weltmarktführer bei Speicherchips und LCD-Fernsehern, im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs mit 5,15 Milliarden Dollar (3,94 Mrd. Euro) einen höheren Gewinn als im Weihnachtsquartal, ein Plus von 80 Prozent im Jahresvergleich. Der Umsatz erreichte knapp 40 Milliarden Dollar, wie die Südkoreaner am Freitag mitteilten.
Handys als absoluter Gewinnbringer
Etwa 73 Prozent des Gewinns entfielen auf die Mobilfunksparte, deren Gewinn sich damit fast verdreifachte. Samsung selbst berichtete keine genauen Absatzzahlen, Analysten gehen aber davon aus, dass der Hersteller mit 93,5 Mio. verkauften Geräten nun auch Weltmarktführer bei Handys ist. 44,5 Mio. Stück sollen laut den Analysten von Strategy Analytics Smartphones gewesen sein. Laut iSuppli verkaufte Samsung 32 Mio. Smartphones.
Apple verkaufte im selben Quartal 35 Mio. iPhones, Nokia 82,7 Mio. Handys, wobei 11,9 Mio. Smartphones waren. Während Apple dank iPhone und iPad ebenfalls einen Milliardengewinn verbuchen konnte, fuhr Nokia im letzten Quartal einen Verlust von 929 Millionen Euro ein.
Laut Samsung gab es eine starke Nachfrage nach seinem Galaxy S und dem fünf Zoll großen Note-Tablet, mit dem man auch telefonieren kann. Für das kommende Galaxy III will Samsung laut eigenen Angaben gar nicht so viel Werbung machen, da das Interesse des Marktes bereits jetzt sehr hoch sei. Heuer will Samsung laut Angaben vom Februar weltweit 380 Mio. Handys verkaufen nach 300 Mio. Stück im Vorjahr.
Breit aufgestellter Mischkonzern
Samsung ist vielen vor allem als Hersteller von Smartphones und Fernsehern und auch von überdimensionalen Werbeflächen weltweit ein Begriff, doch der südkoreanische Mischkonzern bietet von der Versicherung über Unterhaltungsparks, Haushaltsgeräte, Computer und Kameras bis zu Schiffen und Nahrungsmitteln quasi Vollversorgung für jeden Bedarf. Der Konzern mit seinen über 80 Tochtergesellschaften in zahlreichen Bereichen stellt rund dreizehn Prozent der Exportumsätze Südkoreas.
Reuters/Samsung Heavy IndustriesSamsung-Werft in GeojeEnge Kooperation mit Google
Im Handybereich hat sich Samsung in kurzer Zeit nach oben gekämpft. Vor wenigen Jahren lag der Smartphone-Anteil noch bei drei Prozent, doch der Hersteller hat viel in Entwicklung und Design seiner Geräte und auch Marketing dafür investiert. Für viele seiner Smartphones setzt Samsung auf eine enge Kooperationen mit Google, so hat der Hersteller einige Referenzgeräte für Googles mobiles Betriebssystem Android entwickelt wie zuletzt das Galaxy Nexus.
Anfangs arbeitete Samsung eng mit Microsoft zusammen und brachte nach Windows-Mobile-Geräten auch Handys mit Windows Phone 7 auf den Markt, doch das große Geld brachten beide nicht. Bei den weniger leistungsfähigen Feature-Phones setzt Samsung auf seine Eigenentwicklung Bada, die zumindest bei den Lizenzen deutlich billiger sein dürfte. Samsung hatte aber auch Nokias Symbian und Linux-Handys im Angebot.
Neue Geschäftsfelder gesucht
Vor allem die Kooperation mit Google hat Samsung viel gebracht, nach der Übernahme von Motorola könnte Google jedoch bald selbst ins Handybusiness einsteigen und Samsung womöglich nicht mehr bevorzugt behandeln. Derzeit ist der Smartphone-Bereich noch gewinnträchtig, doch der gesamte IT-Bereich steht zunehmend unter Innovations- und vor allem Preisdruck, und die Margen schwinden. So halbierte sich der Profit von Samsungs Chipsparte im abgelaufenen Quartal wegen sinkender Preise. Nicht nur deswegen sieht sich Samsung laufend nach neuen Betätigungsfeldern um.
Es ist seit jeher Samsungs Stärke, kleine, aber zukunftsträchtige und damit wachstumsstarke Bereiche auszumachen und mit genug Geld einzusteigen, um den Markt zu entwickeln und dann zu verdienen. Die breite Aufstellung des Konzerns ermöglicht zudem eine Reihe von Synergien wie Chips für die eigenen Geräte und sparsame LEDs für die Monitorproduktion. Zudem ist Samsung als Zulieferer dick im Geschäft, Apple etwa kann trotz aller Patentstreitigkeiten nicht auf Bauteile von Samsung für seine iPhones und iPads verzichten.
Investitionen in Milliardenhöhe
Die kommenden Wachstumsmärkte hat Samsung für sich bereits ausgemacht: In den nächsten zehn Jahren will der Konzern in die Entwicklung von Solarpaneelen, stromsparenden LED-Leuchten, medizinischen Apparaten, Biopharmazeutika und Akkus für Elektroautos investieren. 2020 sollen diese Bereiche 50 Milliarden Dollar Umsatz einbringen, weltweit will Samsung dann 400 Milliarden Dollar umsetzen.
Heuer will Samsung 47,8 Billionen Won (rund 33 Milliarden Euro) investieren, zwei Drittel sollen für Sachinvestitionen, ein Drittel im Bereich Forschung und Entwicklung aufgewendet werden. Doch die Konkurrenz schläft nicht, und der Markt etwa für Solarpaneele ist im Moment fragil. Gerade auf dem Handymarkt hat Samsung allerdings eindrucksvoll gezeigt, wie man mit viel Nachdruck, ausreichend Geld für Investitionen und einer breiten Aufstellung zum Ziel kommen kann.
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Publiziert am 27.04.2012