Euro auf höchstem Stand seit Anfang April

Der Euro ist heute nur kurzzeitig von der Abstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens belastet worden. Zwar gab die Gemeinschaftswährung im Vormittagshandel deutlich um fast einen Cent auf 1,3160 US-Dollar nach. Ab Mittag erholte sich der Euro aber kräftig und stieg im Hoch auf 1,3270 Dollar. Das ist der höchste Stand seit Anfang April.

Zuletzt kostete ein Euro 1,3250 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,3229 (Donnerstag: 1,3215) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7559 (0,7567) Euro.

Händler überrascht

Händler taten sich schwer, die starke Erholung des Euro zu erklären. Sie verwiesen zum einen auf die gute Stimmung an den Aktienmärkten, wo robuste Unternehmenszahlen für Auftrieb sorgten. Zudem nannten sie leicht enttäuschende Wachstumszahlen aus den USA als Unterstützung für den Euro.

So ist die weltgrößte Volkswirtschaft in den ersten drei Monaten 2012 schwächer als erwartet gewachsen. Zudem hat der konjunkturelle Schwung im Vergleich zum Jahresende abgenommen. Bankvolkswirte werteten die Daten angesichts der ausgeglichenen Wachstumsstruktur aber positiv.

Zuvor war die europäische Schuldenkrise wieder in den Fokus der Anleger gerückt: In der Nacht auf heute hatte die Ratingagentur Standard & Poor’s die Bonität Spaniens gleich um zwei Noten gesenkt. Mit „BBB+“ verfügt die viertgrößte Euro-Wirtschaft nunmehr über eine allenfalls befriedigende Kreditwürdigkeit. Das könnte die Refinanzierung des ohnehin angeschlagenen Landes zusätzlich verteuern.

Publiziert am 27.04.2012