Deutscher bei US-Drohnenangriff in Pakistan getötet

Bei einem US-Drohnenangriff in Pakistan ist einem Medienbericht zufolge ein deutscher Islamist getötet worden. Samir H. aus Aachen befand sich an Bord eines Kleintransporters, als eine US-Drohne das Fahrzeug in der pakistanischen Region Waziristan aus mehreren Kilometern Höhe ins Visier genommen habe, berichtete der „Spiegel“ aus seiner morgen erscheinenden Ausgabe vorab.

Drei Raketen soll die ferngesteuerte Drohne demnach abgefeuert haben, mindestens eine habe das Ziel getroffen und den mit bis zu zwölf mutmaßlichen Taliban und ausländischen Kämpfern besetzten Pickup zerstört.

Mutter fordert Ermittlungsverfahren

Die Hintergründe des Angriffs auf den Pickup seien noch unklar, schreibt das Magazin. Die 54-jährige Mutter des Deutschen habe die Bundesregierung aufgefordert, den Tod ihres Sohnes in einem Ermittlungsverfahren aufzuklären.

Der Tod des Deutschtunesiers Samir H. sei bereits der zweite Fall, bei dem ein Deutscher Opfer eines Drohnenangriffs wurde, hieß es in dem Bericht weiter. Im Oktober 2010 sei der 20-jährige Bünyamin E. aus Wuppertal am Stadtrand des wazirischen Ortes Mir Ali ums Leben gekommen. Das Bundeskriminalamt habe damals US-Sicherheitskreise über die Ausreise und die Handy-Daten von E. informiert. Der Fall löste innenpolitische Debatten aus.

Publiziert am 28.04.2012