Themenüberblick
Erneut zahlreiche Tote bei Kämpfen
Mehrere Soldaten seien getötet und verwundet worden. Insgesamt kamen bei Angriffen des Militärs und einem Anschlag auf Sicherheitskräfte am Samstag mindestens 15 Menschen ums Leben. Die Aufständischen nutzten den Schutz der Dunkelheit, um sich dem Stützpunkt in der Nähe der Hafenstadt Latakia zu nähern. „Die Kämpfe führten zum Tod und der Verwundung von mehreren Militärangehörigen“, meldete Sana. Die Zahl der Opfer aufseiten der Rebellen sei nicht bekannt.
Syrische Sicherheitskräfte töteten nach Darstellung der Opposition bei Kämpfen nördlich der Hauptstadt mindestens zehn Menschen. Mehrere Armeedeserteure seien von den Regierungskräften bis in die Ortschaft Bacha hinein verfolgt worden, sagte ein Aktivist der Protestbewegung am Samstag. Vier Rebellen und sechs Zivilisten wurden demnach getötet.
Berichte über Explosionen in Damaskus
Die in Großbritannien beheimatete syrische Menschenrechtsbeobachtungsstelle sprach von zehn getöteten Deserteuren. Ob es bei den Gefechten in der Region Kalamoon auch in den Reihen der Regierungstruppen Opfer gegeben hat, war zunächst unklar. Oppositionelle berichteten zudem von Explosionen in der Hauptstadt.
Bei Anschlägen waren erst am Freitag mindestens elf Menschen in Damaskus getötet und 30 verletzt worden, wie staatliche Medien berichteten. Die Gewalt überschattet die brüchige Waffenruhe.
ReutersNahe Beirut wurde am Freitag ein Schiff mit drei Containern voller Waffen gestopptLibanesische Armee stoppt Waffenlieferung
Die libanesische Armee hat zuvor drei aus Libyen kommende Container mit Waffen für die syrische Protestbewegung beschlagnahmt. Die Ladung habe sich an Bord eines Schiffs befunden, das am Freitag im Hafen von Selaata nahe der Hauptstadt Beirut gestoppt worden sei, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus libanesischen Sicherheitskreisen. Zu den Waffen zählten demnach Maschinengewehre, Granaten, Raketen, Raketenwerfer und Sprengstoff.
Die unter der Flagge Sierra Leones fahrende „Letfallah II“ war den Angaben zufolge in Libyen aufgebrochen und wurde nach einem Zwischenhalt im ägyptischen Alexandria in Selaata gestoppt. Allerdings habe eine Erlaubnis zum Andocken im libanesischen Tripoli vorgelegen. Kapitän und Crew seien dem militärischen Geheimdienst in Tripoli zum Verhör übergeben worden. Ein AFP-Korrespondent beobachtete, wie die Container von der Armee in Richtung Beirut gebracht wurden.
Russland wirft Aufständischen Provokation vor
Russland warf den Aufständischen als engster Verbündeter des Regimes in Damaskus die Verletzung der seit rund zwei Wochen geltenden Waffenruhe vor. „Die Waffenpause wurde vor allem deswegen nicht voll umgesetzt, weil Bewaffnete der Opposition immer wieder zu provozieren versuchen“, erklärte Außenminister Sergej Lawrow in Moskau. Dabei verwies er auf „Anschläge, Terrortaten, den Beschuss von Regierungskräften und -gebäuden“.
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte der syrischen Regierung am Donnerstag vorgeworfen, den vereinbarten Friedensplan nicht einzuhalten. Präsident Baschar al-Assad wirft wiederum den Rebellen vor, das Abkommen zu verletzen.
EU übt scharfe Kritik
Besorgt zeigte sich auch die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton. „Die syrische Regierung muss sicherstellen, dass die Waffenruhe hält“, forderte sie in einer in der Nacht auf Samstag verbreiteten Erklärung. Es sei deutlich, dass die syrische Regierung ihre Verpflichtungen nicht erfülle, kritisierte Ashton. Damaskus müsse auch Gefangene befreien, friedliche Demonstrationen zulassen und humanitäre Hilfe ermöglichen.
Ashton sagte mit Blick auf UNO-Beobachtergruppe in Syrien, die EU und die 27 Mitgliedstaaten seien weiter bereit zur Unterstützung, falls diese angefordert werde. Erst am Montag hatte die EU ihre Sanktionen gegen das Regime von Präsident Assad verschärft.
Links:
- UNO
- EU-Kommission
- Sana
- The Syrian Revolution 2011 (Facebook)
- Aufstand in Syrien (Wikipedia)
Publiziert am 29.04.2012