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Mehrtägige Übung kommende Woche

Während der Olympischen Spiele in London könnten offenbar Boden-Luft-Raketen auf Wohnhäusern postiert werden - sie sollen einen möglichen Terrorangriff aus der Luft verhindern, wie BBC am Sonntag berichtete. Das britische Verteidigungsministerium hat demnach bestätigt, dass verschiedene Orte geprüft werden, um solche Waffensysteme zu stationieren.

Zugleich betonte das Verteidigungsministerium, dass die endgültige Entscheidung, ob Boden-Luft-Raketen als Sicherheitsmaßnahme aufgestellt werden, noch nicht gefallen sei. Die Vorbereitungen darauf laufen allerdings bereits auf Hochtouren.

Bereits nächste Woche wird eine mehrtägige Sicherheitsübung als Vorbereitung auf die Spiele stattfinden - Überflug von Kampfjets über die Spielstätten inklusive. Im Zuge dieser Übungen werden auch Boden-Luft-Raketen auf dem Dach zumindest eines Apartmentblocks, in dem 700 Menschen leben, im Osten Londons aufgestellt und Dutzende Soldaten und Polizisten mit dazu.

Flugblatt für Bewohner

Bewohner des Apartmentgebäudes erhielten bereits Flugblätter, die auf die bevorstehende Übung hinweisen - vor allem aber auch auf die Möglichkeit, dass Soldaten und Waffensysteme für die Dauer der Sportveranstaltung auf dem Gebäude stationiert werden könnten. Konkret heißt es darin, dass Teile eines Luftverteidigungssystems auf einem Wasserturm, der sich auf dem Gebäude befindet, dort aufgestellt werden könnten.

Schnellboote auf der Themse

AP/Alastair Grant

Royal Marines bei einer Übung auf der Themse

Sollte die Regierung sich für den Einsatz der Raketensysteme während der Spiele entscheiden, dann könnten die Soldaten „operationell in diesem Sommer für einen Zeitraum von bis zu zwei Monaten“ in das Gebäude entsandt werden.

„Gut trainierte Soldaten“

Das Flugblatt ging auch vorbeugend auf erwartbare Sorgen der Bewohner ein. So wird darin betont, dass die Stationierung von Waffensystemen das Wohngebäude nicht zu einem Terrorziel mache. Die Raketen würden von „gut trainierten Berufssoldaten“ bedient werden, und der Abschuss von Raketen werde nur nach einer Autorisierung durch die „höchste Ebene der Regierung in Reaktion auf eine große und bestätigte Sicherheitsgefahr“ erfolgen.

Und das Verteidigungsministerium versucht, den Bewohnern die Stationierung mit dem Argument, der ständige Aufenthalt von Polizei und Soldaten werde die Sicherheit erhöhen, schmackhaft zu machen.

Betroffenes Wohnhaus in London

APA/EPA/Andy Rain

Der abgeschlossene Wohnkomplex mit dem Wasserturm im Osten der Stadt

Sorge um den Pool

Der Journalist Brian Whelan, selbst Bewohner eines Apartments in dem betroffenen Gebäude, sagte gegenüber der BBC: „Sie machen nächste Woche einen Test und sie werden Hochgeschwindigkeitsraketen auf dem Dach genau über unserer Wohnung aufstellen.“

Gegenüber dem privaten TV-Sender SkyNews sagte Whelan, es sei nicht klar, ob die Soldaten und Polizisten während des mehrtägigen Tests im Gebäude leben werden. Aber die Einsatzkräfte, die das Gebäude inspizierten, hätten auch die Kraftkammer und den Pool, die sich dort befinden, gesehen. „Man denkt sich, ob sie daraus eine Art Armeebasis machen wollen - es ist nicht ideal.“

Er habe sich über das Waffensystem informiert und meinte: „Ich glaube nicht, dass das die Art von Waffe ist, die man über einer dichtbevölkerten Gegend wie Tower Hamlets abfeuern kann. Denken Sie nur an die ganzen Trümmer.“

Ministerium beruhigt

Das Verteidigungsministerium bemühte sich, in einem offiziellen Statement zu beruhigen: Aufgrund militärischer Empfehlungen habe man mehrere mögliche Orte identifiziert.

Es gebe laufende Gespräche mit den betroffenen Behörden und Besitzern, „um die Auswirkungen jeglicher vorübergehender Stationierungen“ zu minimieren. Das Ministerium hatte zuvor bereits überlegt, Boden-Luft-Raketen in Südost-London zu stationieren.

Großaufgebot an Sicherheitskräften

Zum Schutz der Olympischen Spiele, die am 27. Juli beginnen, werden insgesamt mehr als 40.000 Sicherheitskräfte eingesetzt. Sicherheitsvorkehrungen sind seit der blutigen Geiselnahme von israelischen Sportlern bei den Olympischen Spielen 1972 in München ein Schlüsselanliegen der Veranstalter des Sportereignisses.

Im Juli 2005, einen Tag nach Bekanntgabe der Vergabe der Spiele an London, wurden in der britischen Hauptstadt bei Selbstmordanschlägen auf U-Bahnen und einen Bus 52 Menschen getötet.

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